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Der Fall Maria Bögerl: Familie fleht Entführer via "Aktenzeichen XY" an

Es war ein verzweifelter Aufruf, den die Kinder von Maria Bögerl via "Aktenzeichen XY" an den Entführer ihrer Mutter richteten. Die Polizei setzt im Fall der Bankiersfrau aus Heidenheim ihre Hoffnung in die ZDF-Sendung - ihre Zuversicht nimmt immer mehr ab.

Mit einem verzweifelten Appell hat sich die Familie der entführten Bankiersfrau Maria Bögerl aus Heidenheim in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" an die Täter gewandt. "Wir flehen Sie an, die für uns alle so qualvolle Situation positiv zu beenden", sagte der Sohn Christoph am Mittwochabend in der Sendung. Seine Schwester Carina ergänzte weinend: "Bitte geben Sie uns ein Zeichen, wo unsere Mutter ist." Es gebe unzählige Möglichkeiten, anonym einen Hinweis zu machen. Vater Thomas appellierte an die Menschlichkeit des Täters.

Die Polizei wirkt zunehmend ratlos. "Unsere Zuversicht nimmt nach einer Woche auch ab", sagte Hartmut Schröppel, der Leiter der Sonderkommission "Flagge" in der Fernsehsendung. Die Hoffnung aufgeben, die 54-Jährige noch lebend zu finden, wollten die Beamten aber noch nicht. Die Ermittler hoffen nun auf weitere Hinweise durch die Fernsehfahndung. Bislang sind bei der Polizei um die 1000 Hinweise eingegangen - darunteraber auch viele unbrauchbare Tipps von Hellsehern. Die Polizei erhofft sich von der ZDF-Sendung auch Hinweise über die Herkunft der Deutschlandflagge, die zur Markierung bei der gescheiterten Geldübergabe verwendet worden war.

Die 54-jährige ist seit einer Woche verschwunden. Trotz intensiver Suche fehlte bis Mittwoch noch immer eine heiße Spur. Maria Bögerl, Frau eines Sparkassendirektors, war nach den Ermittlungen der Polizei vor einer Woche aus dem Wohnhaus in Heidenheim-Schnaitheim entführt worden. Der Entführer hatte am gleichen Tag angerufen und ein hohes Lösegeld gefordert. Er ließ auch die Entführte kurz etwas sagen. Sie konnte ihrem Mann nur kurz mitteilen, dass der Täter sie mit dem Tod bedroht habe. Der Bankier deponierte wie vom Täter verlangt Geld neben der A7, das jedoch nicht abgeholt wurde.

DPA / DPA