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Urteil im Fall George Floyd Derek Chauvin soll sich Nummer seines Anwalts auf die Hand gekritzelt haben

Derek Chauvin wird in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt – mit der Telefonnummer seines Anwalts auf der Hand.
Die Tinte ist noch zu erkennen: In die Innenfläche seiner linken Hand soll sich Derek Chauvin die Nummer seines Anwalts geschrieben haben
Am Dienstag wurde der Ex-Polizist Derek Chauvin im Prozess um den Tod von George Floyds schuldig gesprochen. In Handschellen wurde er aus dem Saal geführt. Vorher soll er sich noch schnell die Nummer seines Anwalts notiert haben – in seine Handfläche.

Rund ein Jahr nachdem der Afro-Amerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minnesota ums Leben kam, fiel am Dienstag das Urteil gegen den ehemaligen Polizisten Derek Chauvin. Eine Jury befand den 45-Jährigen in allen drei Anklagepunkten für schuldig.

Chauvin droht nun eine lange Gefängnisstrafe. War er bislang noch auf Kaution frei, so hob Richter Cahill diese im Anschluss an die Urteilsverkündung auf. Chauvin wurde unverzüglich festgenommen und in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt. Vorher nickte er noch seinem Anwalt Eric Nelson zu.

Derek Chauvin notierte sich Nummer von Eric Nelson

Dessen Telefonnummer soll er sich zuvor laut "TMZ" noch auf die Handinnenfläche geschrieben haben. Vermutlich für den Fall, dass er direkt ins Gefängnis geschickt und eine Notiz auf Papier von den Gefängniswärtern konfisziert würde. 

Nelson bestätigte dies gegenüber der Online-Boulevardzeitung. Sein Mandant habe die Nummer vor der Verurteilung aufgeschrieben, weil ihm klar gewesen sei, wenn die Jury ihn wegen Mord zweiten Grades für schuldig befinden, seine Kaution aufgehoben und er direkt in Untersuchungshaft genommen werden würde.

Urteil gegen Derek Chauvin erst in einigen Wochen erwartet

Das Strafmaß legt Richter Peter Cahill erst in einigen Wochen fest. Der Hauptanklagepunkt gegen Chauvin lautete Mord zweiten Grades – darauf steht eine Höchststrafe von 40 Jahren Gefängnis. Der Straftatbestand entspräche im deutschen Strafrecht in etwa einem Totschlag in einem schweren Fall – auch wenn Chauvin keine Tötungsabsicht unterstellt wird. Auf Mord dritten Grades – eine andere Form des Totschlags – stehen bis zu 25 Jahre Haft, auf Totschlag zweiten Grades - in Deutschland etwa fahrlässige Tötung – bis zu zehn Jahre. In Minnesota werden Strafen von einzelnen Anklagepunkten in der Regel nicht addiert. Da Chauvin keine Vorstrafen hat, dürfte der Richter beim Strafmaß deutlich unter der Höchststrafe bleiben.

Urteil im Fall George Floyd: Derek Chauvin soll sich Nummer seines Anwalts auf die Hand gekritzelt haben

Das Urteil wird voraussichtlich in sechs bis acht Wochen verkündet. Bis dahin bleibt Chauvin im Gefängnis Minnesota Correctional Facility – Oak Park Heights. Der Ex-Polizist kann gegen seine Verurteilung zudem noch in Berufung gehen.

Quellen: TMZ, AFP

jek

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