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Deutsche in türkischem Gefängnis: Das Rätsel um die Drogenkurierin

Seit zehn Monaten sitzt die junge Duisburgerin Sabrina A. in der Türkei in Haft. Sie soll versucht haben, Heroin zu schmuggeln. Sie beteuert ihre Unschuld. Inzwischen ist klar, dass zumindest ein türkischer V-Mann an dem Deal beteiligt war. Der Fall wirft mehr Fragen auf als er Antworten gibt.

Von Frauke Hunfeld und Metin Yilmaz

Dieses junge Gesicht, das passt gar nicht zu ihr. Zwanzig Jahre ist Sabrina A. aus Duisburg-Rheinhausen alt, zwanzig Jahre, in denen schon eine Menge schiefgelaufen ist. Sabrina A. hat die Schule nach der sechsten Klasse verlassen, eine Ehe hinter sich mit einem Mann, der wegen Drogen ins Visier der Staatsanwaltschaft geriet, zwei Kinder geboren, und sitzt seit einem dreiviertel Jahr wegen bandenmäßigem Rauschgifthandels im türkischen Izmir in Haft - zusammen mit dem kleinen Jason, den sie im Gefängnis geboren hat. Am Mittwoch wird der Prozess vor dem Schwurgericht in Izmir fortgesetzt.

Die öffentliche Aufmerksamkeit hält sich bisher allerdings in Grenzen, anders als zuletzt im Fall "Marco". Dass die junge Duisburgerin Sabrina A. nichts gewusst und nichts geahnt haben will von den fünf Kilo Heroin in ihrer Tasche, das glauben derzeit weder Staatsanwaltschaft noch Gericht. Dass sie trotzdem ein Opfer ist, und keine Mafiabraut, ist dagegen sehr wahrscheinlich.

Am zwölften Juli vergangenen Jahres reist Sabrina mit ihrem Freund Christian H. in die Türkei. Die Reise, so Sabrina zur Staatsanwaltschaft, habe sie geschenkt bekommen. Ein Freund ihres getrennt lebenden Ehemanns war so nett, ihr und Christian, dem jetzigen Gefährten, vier Tage Türkei zu schenken, mit Flug und Hotel und allem drum und dran. Den Wohltäter selber kannte sie nicht.

Der nette Kerl vom Swimmingpool und die Drogentasche

Schon am zweiten Tag, so Sabrinas Version, habe sie einen Anruf, erhalten - ihre Mutter sei schwer erkrankt. Daraufhin habe sie zurückgewollt, und Nihat, der nette Kerl vom Swimmingpool, der sich als der Freund des Ehemanns vorgestellt habe, und mit einem anderen "Kumpel" im Hotel war, habe den Rückflug organisiert und das Ticket bezahlt. Nur eine Tasche habe sie dafür mitnehmen sollen, mit Kleidung für eine Freundin und kiloweise Süßigkeiten. Sie habe die Tasche durchsucht, nichts Verdächtiges gefunden, ihre eigenen Sachen mit hineingelegt und dann ist sie mit Nihat los. Christian lässt seine schwangere Freundin alleine fliegen, er will noch einen Tag länger Urlaub machen.

Das Flughafengebäude erreicht die Zwanzigjährige allerdings nicht. Kurz vorher werden sie gestoppt, Zivilpolizei, Gendarmerie, Uniformierte - eine Großaktion. Nihat gesteht sofort, dass fünf Kilo Heroin in der Tasche sind und weitere fünfzehn im Hotelzimmer. Die Polizei durchsucht das Hotel, spricht mit Christian. Auch Erdal, der "Kumpel", läuft noch herum, hat aber offenbar keinerlei Problem mit der Polizei, obwohl er Mitbewohner eines Zimmers ist, in dem fünfzehn Kilo Heroin lagern. Christian darf unbehelligt und ohne aktenkundige Vernehmung ausreisen.

Seit einem dreiviertel Jahr sitzt Sabrina nun in Haft, bei sich ihren kleinen Sohn. Ihr "Fall" wird immer seltsamer. Fakt ist, dass die Drogenkurierfahrt der Sabrina A. von Anfang an amtlich begleitet war. Dass nie die Gefahr bestand, dass das Heroin türkischen Boden verlässt. Dass die türkischen Behörden Bescheid wussten, vom ersten bis zum letzten Augenblick. Die eigentliche Frage ist nur noch: Wer hat hier eigentlich wen reingelegt? Wer hat wen benutzt? Wer ist Täter, wer ist Opfer? Und wer hielt sich für besonders schlau und war doch nur der kleine Wurm am Angelhaken der Mafia?

Dass "Erdal" wohl nicht Erdal heißt, sondern ein V-Mann der türkischen Behörden ist, der den vermeintlichen Handel penibel dokumentierte, ergibt sich aus den Akten. Nihat, das in Deutschland gescheiterte Migrantenkind, selbst drogensüchtig, war schon wochenlang vorher im Visier der Behörden. Er sollte für mächtige Händler für ein bisschen Geld und ein bisschen Heroin als Bindeglied zu deutschen Touristen fungieren.

Und das wohl nicht zum ersten Mal. Die Richter ließen sich die Verbindungsdaten seines Mobiltelefons und sein Bewegungsprofil aus den letzten drei Monaten zukommen. Sein Handy, auf den Namen eines Russen in Istanbul eingetragen, weist mindestens drei weitere Kurierfahrten zwischen 10. Juni und 14. Juli 2007 auf. Die Route war immer die gleiche: Start in Istanbul, oft mit dem Bus über Nacht, die Fahrt dauert 14 Stunden. Kurzer Aufenthalt in Antalya, dazwischen viele Telefonate nach Deutschland. Dann die Rückreise nach Istanbul, oft per Flugzeug.

Der Taxifahrer, der mit Sabrina verhaftet wurde, ist derselbe, der sie und ihren Freund zwei Tage vorher am Flughafen abgeholt hat. Er war es auch, so die Auswertung der Videoüberwachung, der Nihat E. mit den vier Drogen-Koffern am Busbahnhof abholte und in das selbe Hotel brachte. Und am Vormittag des Tages, an dem sie gemeinsam verhaftet wurden, war er mit dem Deutsch-Türken am Flughafen, um für Sabrina das neue Flugticket zu besorgen. Trotzdem ist er inzwischen wieder frei.

Am interessantesten sind die Fragen, die nicht gestellt wurden

Aber was wusste Sabrina? Warum hat sie die Tasche durchsucht, wenn sie doch ohne Arg war? Warum geht ihr Flugzeug nach Leipzig, obwohl die kranke Mutter im Ruhrgebiet lebt? Wie heißt die seltsame Freundin, an die die Süßigkeiten übergeben werden sollten, und wie sollte Sabrina sie finden, wo sie nichtmal ihren Namen kannte und auch nicht die Adresse?

Warum durfte Christian unbehelligt ausreisen? Warum wurde der Lebensgefährte einer Drogenkurierin nicht wenigstens aktenkundig vernommen - zumal man ja immerhin den Verdacht haben könnte, die übrigen fünfzehn Kilo, die noch im Hotel standen, könnten für ihn bestimmt gewesen sein. Die Vernehmungen der Verdächtigen und Zeugen sind seltsam zahm. Am interessantesten scheint fast, welche Fragen nicht gestellt wurden.

Christian schreibt viele Briefe an seine Freundin im Knast und "an den türkischen Richter". Dass sie "nur helfen wollten und das sei jetzt der Dank." Dass er Sabrina liebe und dass er sich sehnt nach seinem kleinen Sohn, den er noch nie gesehen hat. Dass sie reingelegt wurden, auch wenn er selber vielleicht nicht weiß, von wem eigentlich.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(