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Deutsche Islamistenszene: Durchsuchungen in mehreren Bundesländern

Bei einer Großrazzia gegen die Islamistenszene sind nach Angaben der Ermittlungsbehörden am Mittwoch in mehreren Bundesländern drei Personen verhaftet und 43 Objekte durchsucht worden.

Bei einer Großrazzia gegen die Islamistenszene sind nach Angaben der Ermittlungsbehörden am Mittwoch in mehreren Bundesländern drei Personen verhaftet und 43 Objekte durchsucht worden. Rund 300 Polizisten seien an den Einsätzen in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen beteiligt gewesen, teilten die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Landeskriminalämter von Bayern und Baden-Württemberg mit. Die Verhafteten sowie vier weitere per Haftbefehl gesuchte Beschuldigte würden dringend verdächtigt, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, um neu geworbene Glaubensbrüder, Konvertiten sowie re-islamisierte Personen einem fremden Wehrdienstes zuzuführen. Vier der mit Haftbefehl Gesuchten hielten sich in Ägypten und Saudi-Arabien auf.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft den Beschuldigten im Alter von 24 bis 59 Jahren vor, mehr als 100 Personen aus dem Bundesgebiet ideologisiert und radikalisiert zu haben. Diese sollten anschließend an eine ägyptische Koran- und Sprachschule vermittelt werden, in deren Umfeld Werber für Ausbildungslager terroristischer Organisationen tätig seien. Nach der Beendigung der Ausbildung würden einige nach Deutschland zurückkehren, andere verblieben im Ausland, unter anderem in Afghanistan und Pakistan.

Bei den Durchsuchungen der Wohnungen der Beschuldigten und von 35 weiteren Personen seien Rechner, Datenträger und schriftliche Unterlagen sichergestellt worden. Aus ihnen versprechen sich die Behörden weiteren Aufschluss über die Gründung und Betätigung als kriminelle Vereinigung. Zudem soll auch geklärt werde, welche Personen während ihres Aufenthalts in Ägypten Kontakt zu den Werbern knüpften und ob sich daran Aufenthalte in militärischen Ausbildungslagern anschlossen.

Reuters / Reuters