Diebstahl der Milliardärs-Leiche 100.000 Euro für Flick-Sarg gefordert

Nach dem mysteriösen Diebstahl des Sargs mit der Leiche des Milliardärs Friedrich Karl Flick gibt es offenbar eine neue Spur. Ein Nürnberger Anwalt fordert im Auftrag eines Mandanten die Belohnung von 100.000 Euro. Flicks Witwe ist empört: "Das ist abscheulich!"

Neue Spur im Fall des gestohlenen Sarges von Milliardär Friedrich Karl Flick: Unbekannte wollen über einen deutschen Anwalt die von der Familie ausgesetzte Belohnung in Höhe von 100.000 Euro bekommen. Außerdem sollen die Angehörigen das Anwaltshonorar sowie eventuelle Steuern und Kosten für Ermittlungen übernehmen, wie der Nürnberger Jurist Wolfgang Spachmüller sagte. Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Zur Identität seiner Mandanten machte Spachmüller keine Angaben.

Auch die Polizei hat sich mittlerweile zu der Meldung geäußert: "Wir können bestätigen, dass es einen Hinweis, eine Spur gibt," sagte Oberst Christian Martinz vom Landeskriminalamt für Kärnten. Weitere Details der laufenden Ermittlungen wollte er nicht preisgeben.

Der Sarg mit der Flick-Leiche wurde im November aus seinem Grab auf dem Friedhof von Velden am österreichischen Wörthersee gestohlen. Die Familie setzte daraufhin die Belohnung von 100.000 Euro aus - der höchste Betrag, der im Bundesland Kärnten jemals ausgesetzt wurde. Nach der Zahlung der Belohnung wollen seine anonymen Mandanten verraten, wo sich die Leiche Flicks befindet, wie Spachmüller sagte. Ob es sich bei ihnen um die Diebe handelt, sagte der Anwalt nicht. "Es gibt viele Varianten, wie jemand davon Kenntnis erlangt haben könnte", antwortete er auf eine entsprechende Frage.

Flicks Witwe erstattet Anzeige

Ingrid Flick, die Witwe des im Jahr 2006 gestorbenen Industriellen, vermutet laut "Bild" die Täter dahinter. "Das wäre Begünstigung. Es ist abscheulich, wie man mit meiner Familie umgeht - und das vor Weihnachten", wurde Ingrid Flick zitiert. Sie habe das Angebot abgelehnt und Anzeige erstatten lassen, heißt es.

Spachmüller berichtete von entsprechenden Verhandlungen über die Summe mit einem Vertreter der Familie Flick. Seine Mandanten wollten sicherstellen, dass sie die Belohnung auch in voller Höhe bekommen. "Ich wüsste nicht, was daran in irgendeiner weise zu beanstanden sein könnte", sagte der Jurist. Nach seinen Angaben machte zunächst der Flick-Vertreter einen Entwurf, woraufhin er einen Gegenentwurf unterbreitete. "Das hat offensichtlich einen Affront auf der Gegenseite ausgelöst." Man stelle keine überzogenen Forderungen. "Die Familie ist doch reich", sagte Spachmüller auch nach eigenen Angaben der "Bild"-Zeitung. Er selbst will demnach 11.900 Euro Honorar.

Erste heiße Spur war falsch

Anfang Dezember hatte sich eine erste heiße Spur als falsch herausgestellt, nachdem ein Großeinsatz der Polizei auf einem Bauernhof im Burgenland kein Ergebnis brachte. Die Polizei hatte Hinweise erhalten, dass die Grabräuber den etwa 200 Kilogramm schweren Sarg mit einem Lastwagen dorthin gebracht hätten.

Flick starb im Oktober 2006 nach schwerer Krankheit in seiner zu einer Festung ausgebauten Villa 79-jährig am Südufer des Wörthersees. Seine vier Kinder erbten sein auf fünf bis sechs Milliarden Euro geschätztes Vermögen zu gleichen Teilen. Die Familie war wegen ihrer florierenden Geschäfte mit Nazi-Deutschland immer umstritten.

AP/DPA AP DPA

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