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Nach 30 Jahren Haft Geiselnahme von Gladbeck: Dieter Degowski wird aus dem Gefängnis entlassen

Geiseldrama Gladback Dieter Degowski
Dieter Degowski bedroht seine Geisel Silke Bischoff 1988 mit einer Waffe. Jetzt kommt er frei.

© Hartmut Reeh/DPA
Nach fast 30 Jahren Haft kommt der erste der beiden Geiselgangster von Gladbeck frei. Dieter Degowski wird dafür einen neuen Namen erhalten.

Der Geiselgangster von Gladbeck, Dieter Degowski, wird nach fast 30 Jahren Haft entlassen. Degowski werde in den nächsten Monaten frei kommen, teilte ein Sprecher des Landgerichts Arnsberg am Dienstag mit. Die Freilassung sei umfassend geprüft worden. Die Kammer habe Gutachten und Stellungnahmen eingeholt und sich den positiven Prognosen angeschlossen. Die Entscheidung sei noch nicht rechtskräftig. Zuerst hatte der "Soester Anzeiger" berichtet. Degowski wird einen neuen Namen erhalten um ihm die Wiedereingliederung zu erleichtern.

Im August 1988 hatten Degowski und sein Komplize Hans-Jürgen Rösner beim Gladbecker Geiseldrama die Republik in Atem gehalten. Drei Tage lang flüchteten sie nach einem missglückten Bankraub mit Geiseln vor der Polizei. Drei Menschen starben. Hans-Jürgen Rösner sitzt weiterhin in der JVA Aachen ein.

Geiseldrama von Gladbeck: 

Degowski war zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht hatte die JVA bereits 2013 aufgefordert, ihn schrittweise auf die Entlassung vorzubereiten. Degowski hatte daraufhin einige Ausgänge einwandfrei bewältigt.

Verbrechen: Vom Ladendiebstahl bis zum Kapitalverbrechen, der Katalog der kriminellen Straftaten ist groß. Allein in den USA werden 11,88 Millionen Verbrechen pro Jahr gezählt. Alle 2,6 Sekunden bricht jemand in den Vereinigten Staaten das Gesetz. Damit liegen die USA statistisch weit vor den europäischen Ländern. Fast schon logisch, dass 0,7 Prozent aller US-Bürger hinter Gittern sitzen. Das sind etwa 2,2 Millionen Menschen. Ungefähr so viele Einwohner hat der Bundesstaat New Mexico! Kein Vergleich zu Deutschland. Gerade einmal 58073 Gefangene gibt es hier – die überwiegende Mehrheit davon sind Männer. Sehr wahrscheinlich ist, dass sie aus der gefährlichsten Großstadt der Republik kommen: In Frankfurt am Main kommen auf 100.000 Einwohner 16.310 Straftaten. Düsseldorf, Köln und Berlin können da nicht mithalten. Bankräuber zieht es eher in die Sonne Italiens. Fast jeder zweite Banküberfall innerhalb Europas wird dort verübt. Pro Jahr verschwinden so 37 Millionen Euro aus den Tresoren. Für denselben Betrag müssen einhundert italienische Bankangestellte rund elfeinhalb Jahre lang arbeiten. In China kann Bankraub unter Todesstrafe gestellt werden. Das Land hat die höchste Exekutionsrate weltweit! Durchschnittlich müssen jeden Tag elf Menschen für ihre Straftaten mit dem Leben bezahlen. Die Zahl der Jahr für Jahr hingerichteten Menschen umfasst in China also 364 Fußballmannschaften - das sind mehr Todesurteile als der Iran und die USA zusammen erteilen. Ein Fleck der Erde scheint von Verbrechen nahezu unberührt: In Norwegen gibt es zwar auch Kriminalität, bei mehr als der Hälfte der Straftaten handelt es sich aber um läppische Verkehrsdelikte.
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tim DPA

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