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Dioxin-Affäre: Millionen-Schaden für Bauern

Der Dioxin-Skandal richtet vermutlich einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe an. Damit rechnet der Deutsche Bauernverband.

Der Deutsche Bauernverband rechnet wegen des Dioxin-Skandals mit einem Schaden in dreistelliger Millionenhöhe für die Landwirte. Verbandschef Gerd Sonnleitner bezifferte die Gesamtsumme in einem Interview mit der Mediengruppe Madsack (Samstagausgaben) auf "über 100 Millionen Euro". Der Verband erwarte eine klare Regelung beim Schadensersatz für die Bauern. Sonnleitner kündigte zugleich an, sein Verband werde mit allen juristischen Mitteln gegen die Verursacher des Skandals vorgehen, die die verseuchten Futtermittel verkauft haben.

Sonnleitner betonte, den in ihrer Existenz bedrohten Bauern solle geholfen werden. Man versuche "über eigene Möglichkeiten und vielleicht auch über den Gesetzgeber mit Überbrückungshilfen hier Schaden auszugleichen". Zugleich meldete der Bauernpräsident noch Nachbesserungsbedarf am Aktionsplan von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) an. Dem Plan zufolge müssen Hersteller künftig die Produktion von Lebens- und Futtermitteln streng von anderen Industrien trennen. Schärfere Kontrollen und härtere Strafen sollen dafür sorgen, dass nur unbedenkliche Zutaten in das Futter von Nutztieren kommen und Verbraucher besser informiert werden.

Sonnleitner forderte darüber hinaus aber auch eine gesetzliche Regelung. Durch solche Skandale verursachte Schäden müssten "von der gesamten Futtermittelwirtschaft über einen Haftungsfonds und über eine Rückversicherung" abgedeckt werden, betonte er. Jetzt gingen viele Bauern leer aus. Auch Verbraucher- und Umweltschützern geht Aigners Plan nicht weit genug.

Im Dioxinskandal hatte ein Betrieb zugleich Fette für die Industrie und Fette für Futtermittel hergestellt und beide miteinander vermischt. Tausende Höfe mussten daraufhin gesperrt werden.

AFP / AFP