Döner-Morde Führt die Spur des Täters zum Fußball-Wettskandal?


Die blutigen Taten wurden als Döner-Morde bekannt: Ein mysteriöser Unbekannter tötete in deutschen Großstädten zwischen 2002 und 2006 serienweise ausländische Kleinunternehmer. Nun wird spekuliert, ob zwischen der Mordserie und dem Fußball-Wettskandal ein Zusammenhang besteht.

Die Staatsanwaltschaften in Bochum und Nürnberg gehen der Frage nach, ob eine ungeklärte Mordserie in Deutschland etwas mit der Fußball-Wettmafia zu tun hat. Das Bundeskriminalamt (BKA) sprach von einem laufenden Verfahren, ohne Einzelheiten zu nennen. Der Verdacht, dass es zwischen Fußball-Wettskandal und Mordserie Zusammenhänge geben könnte, ist nach Informationen aus Nürnberger Justizkreisen allerdings nur sehr vage. Konkrete Angaben lehnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg ab. Auf Anfrage bestätigte er am Montag lediglich, dass ein im Zusammenhang mit dem Wettskandal genannter Name "auch bei den Ermittlungen der Sonderkommission Bosporus auftaucht". Einzelheiten wollte der Sprecher nicht nennen.

Aus Kreisen der Nürnberger Justiz hieß es am Montag weiter, die Berichte über einen Zusammenhang zwischen dem Skandal um verschobene Fußballspiele und der größten ungeklärten Mordserie Deutschlands seien "ziemlich aufgebauscht". Der Justizsprecher wollte diese Informationen nicht kommentieren. Derzeit gebe es dazu nichts mitzuteilen, betonte er.

Die Nürnberger Polizei erklärte, sie sehe keine Verbindung zwischen der Dönermord-Serie und dem Wettskandal. Die umfänglichen Ermittlungen gegen einen der Beschuldigten im Wettskandal-Verfahren ließen keinen Zusammenhang mit der Mordserie erkennen", betonte das Nürnberger Polizeipräsidium in einer Presseerklärung. Bei keinem der "Dönermord"-Opfer hätten Ermittler eine "potenziell motivgebende Verbindung zur Glücksspielszene" festgestellt.

Die "Nürnberger Abendzeitung" hatte berichtet, Bochumer Sonderermittler hätten am 7. Oktober ein Telefonat abgehört, in dem ein in Deutschland lebender Türke über einen Mord in seinem Heimatland sprach. Dabei habe er auch den Namen des Opfers und des mutmaßlichen Täters genannt. Die Polizei vermute nun, dass der in dem Telefonat genannte Verdächtige den Auftrag dafür von einem 42 Jahre alten Türken erhalten habe, der als Pate in der Wettmafia gelte. Der Anwalt des 42-Jährigen bestreitet dies allerdings nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

"Der Spiegel" hatte berichtet, dass die Ermittlungen wegen verschobener Fußballspiele einen Hinweis auf die sogenannten Döner-Morde in Deutschland zwischen den Jahren 2000 und 2006 ergeben. Dabei wurden ohne erkennbares Motiv acht Türken und ein Grieche erschossen - mit derselben Waffe. Die blutige Spur zieht sich quer durch Deutschland: Drei Morde ereigneten sich in Nürnberg, zwei weitere in München, jeweils ein Mord geschah in Hamburg, Rostock, Dortmund und Kassel. Bisher rätseln die Ermittler und das Bundeskriminalamt über den oder die Mörder und die Motive. Fest steht nur, dass mit absoluter Tötungsabsicht und sehr professionell gehandelt wurde.

DPA/AP AP DPA

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