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Dominique Strauss-Kahn trifft mutmaßliches Opfer: Banon bleibt beim Vorwurf der versuchten Vergewaltigung

In der Affäre um den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung gegen Dominique Strauss-Kahn hat ein Treffen mit dem mutmaßlichen Opfer keine neue Bewegung in den Fall gebracht. Am Abend nach der Begegnung hielt die Schriftstellerin Banon dem 62-Jährigen Arroganz und Gleichgültigkeit vor.

Die französische Schriftstellerin Tristane Banon hält an ihren Vorwürfen gegen den zurückgetretenen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn fest. "Es hat eine versuchte Vergewaltigung gegeben und dabei bleibe ich", sagte Banon am Donnerstagabend dem Fernsehsender TF1. Acht Jahre nach dem besagten Vorfall gebe es aber keinen "materiellen Beweis".

Die zweieinhalbstündige Gegenüberstellung mit Strauss-Kahn bei der Pariser Polizei wertete Banon auf TF1 als "ersten Sieg". Der 62-Jährige habe "Arroganz", "Selbstgefälligkeit" und "Kälte" an den Tag gelegt. "Er hat sich nicht einmal getraut, mich anzusehen", sagte Banon. "Ich habe gedacht, er würde sich wenigstens entschuldigen (...), aber das hat er nicht getan."

Die 32 Jahre alte Autorin wirft Strauss-Kahn vor, im Februar 2003 über sie hergefallen zu sein. Der Politiker hatte sie damals zu einem Interview in eine offensichtlich unbewohnte Pariser Wohnung eingeladen. Der frühere IWF-Chef weist die Schilderung zurück und erstattete Anzeige gegen Banon wegen Verleumdung. Bei einer Vernehmung vor gut zwei Wochen gab der 62-Jährige aber nach Angaben der Ermittler eine "Annäherung" zu, allerdings ohne Gewaltanwendung.

Konfrontation bringt keine neuen Erkenntnisse

Um den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe herauszufinden, entschied sich die Justiz für eine Konfrontation der beiden. Bislang handelt es sich nur um Vorermittlungen. Die französische Justiz muss nun entscheiden, ob sie ein offizielles Ermittlungsverfahren einleitet in einem Fall, der acht Jahre zurückliegt, und in dem Aussage gegen Aussage steht. Sie kann auch zu dem Schluss kommen, dass es sich nur um sexuelle Belästigung gehandelt habe. Diese wäre - im Unterschied zu versuchter Vergewaltigung- verjährt.

Noch offen ist auch der Ausgang der Zivilklage des New Yorker Zimmermädchens Nafissatou Diallo. Strauss-Kahn hat jüngst beantragt, sie abzuweisen. Sein New Yorker Anwalt verwies unter anderem auf die diplomatische Immunität des damaligen IWF-Chefs. Diallo hatte sich erst Anfang Juli dieses Jahres zu einer Anzeige gegen Strauss-Kahn entschlossen. Damals stand der Politiker wegen ähnlicher Vorwürfe eines Zimmermädchens in New York unter Anklage. Das strafrechtliche Verfahren in den USA ist mittlerweile eingestellt.

jwi/DPA/AFP / DPA