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Doppelmörder Jens Söring: US-Gouverneur will Überstellung stoppen

Seit mehr als 20 Jahren sitzt Jens Söring in Virginia im Gefängis - verurteilt wegen des Doppelmordes an den Eltern seiner Freundin. Eigentlich sollte der Deutsche demnächst nach Deutschland überstellt werden, doch der neue Gouverneur des US-Bundesstaates stellt sich quer.

Der neue Gouverneur des US-Bundesstaates Virginia will die Überstellung des seit über zwei Jahrzehnten wegen Doppelmordes inhaftierten Jens Söring nach Deutschland stoppen. Der Republikaner Bob McDonnell habe in einem Brief an US-Justizminister Eric Holder erklärt, der Schritt entspreche "nicht mehr der offiziellen Position" Virginias, berichtete die Zeitung "Roanoke Times". "Es ist zwingend, dass Söring seine Strafe in Virginia verbüßt", zitierte das Blatt aus dem Schreiben.

Die Überstellung des 43-Jährigen hatte noch McDonnells Vorgänger Tim Kaine, ein enger Vertrauter von Präsident Barack Obama, in die Wege geleitet. Es war eine der letzten Amtshandlungen des Demokraten, bevor er in diesem Monat aus dem Amt schied. Dem Bericht zufolge ist unklar, ob die Intervention von McDonnell die angeschobene Auslieferung verhindern kann.

Virginia habe von der Bundesregierung Zusicherungen erhalten, "durch die wir beruhigt die Überstellung in die Wege geleitet haben", sagte eine Sprecherin des Ex-Gouverneurs der Zeitung. Dem Blatt zufolge gibt es eine Übereinkunft, nach der Söring mindestens zwei Jahre in einem deutschen Gefängnis absitzt, bevor möglicherweise eine Entscheidung über eine Freilassung getroffen wird.

Zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt

Söring, Sohn eines deutschen Diplomaten, war für schuldig befunden worden, als Student der University of Virginia 1985 die Eltern seiner Mitstudentin und Freundin Elisabeth Haysom ermordet zu haben. Die junge Frau soll ihn zu der Tat angestiftet haben.

Der Deutsche wurde zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. Nachdem er zunächst den Mord gestanden hatte, beteuerte Söring später seine Unschuld. Haysom hatte sich der Beihilfe schuldig bekannt und war zu 90 Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte in dem Verfahren auch gegen Söring ausgesagt.

APN/DPA / DPA