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Doppelmord auf Campingplatz: Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

Nach dem brutalen Mord an zwei Urlauberinnen auf einem Campingplatz in Cuxhaven hat die Polizei einen 30-Jährigen festgenommen. Offenbar handelt es sich bei dem Gewaltverbrechen um eine Beziehungstat.

Nur wenige Stunden nach dem Mord an zwei Urlauberinnen auf einem Campingplatz in Cuxhaven hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. "Es hat sich hier offenbar um eine Beziehungstat gehandelt", sagte eine Polizeisprecherin. Festgenommen wurde ein 30 Jahre alter Mann aus dem niedersächsischen Peine, aus dem auch eines der Opfer stammte. Die andere Frau kam aus Winsen an der Aller in der Nähe von Hannover. Die beiden Freundinnen waren 27 Jahre alt.

Die Körper der Toten waren mit zahlreichen Schnittverletzungen übersät, wie die Polizeisprecherin erläuterte. Die genauen Umstände des Todes seien aber noch nicht geklärt, da die Untersuchungen der Gerichtsmediziner anhielten.

Verdächtiger in Peine gefasst

Nach Polizeiangaben beobachteten Nachbarn auf dem Campingplatz den mutmaßlichen Täter in der Nacht und gaben entscheidende Hinweise zu seiner Person und dem Fluchtauto. Gegen 10 Uhr fand die Polizei in Peine den Wagen des Verdächtigen und stellte in diesem Zusammenhang den Mann. Er werde zurzeit verhört, sagte die Polizeisprecherin. Ob er die Tat bereits gestanden hat, wollte sie nicht sagen.

Die Leichen wurden am Morgen von einem Bewohner des Platzes bei einem Wohnwagen gefunden, nur wenige Meter vom Strand entfernt. Der Tatort befand sich mitten auf dem Campingplatz umringt von weiteren Wohnwagen. Die Frauen sollen gegen 4.30 Uhr gestorben sein.

Eine 40 Personen starke Mordkommission habe seit dem Fund der Leichen am Morgen in Cuxhaven unter Hochdruck ermittelt, sagte die Polizeisprecherin. Mehr als 100 Beamte seien vor Ort im Einsatz gewesen. Ein Hubschrauber kreiste über einem angrenzenden Waldgebiet, um möglichen Spuren nachzugehen. Die Beamten vernahmen Zeugen und sicherten Spuren auf dem Campingplatz, der vor allem von Dauercampern genutzt wird. Das Gelände im Stadtteil Sahlenburg liegt in unmittelbarer Nähe des Nordseestrandes.

"Wir sind geschockt"

Cuxhavens Oberbürgermeister Arno Stabbert (CDU) reagierte entsetzt. "Wir sind geschockt, dass sowas bei uns passiert ist. Unser Mitgefühl gehört jetzt den Angehörigen." In Cuxhaven, der nördlichsten Stadt Niedersachsens, leben etwa 53.000 Einwohner. Direkt am Meer gelegen gilt die Stadt als eine Touristenhochburg.

Erst am vergangenen Wochenende hatte ein Dreifachmord auf einem Campingplatz bei Coesfeld im Münsterland bundesweit für Aufsehen gesorgt. Dort waren eine 29-jährige Frau und deren Eltern erstochen worden. Als Tatverdächtiger wurde der 33-jährige Ex-Freund der jungen Frau festgenommen.

AP/DPA / AP / DPA