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Doppelmord in Tessin: Computerspiel doch als Vorbild?

Zäh bis gar nicht kommen neue Erkenntnisse aus dem brutalen Doppelmord in Tessin ans Tageslicht. Erstmals aber wird die 15-jährige Geisel Eyleen W. am Mittwochabend stern TV ein Interview geben.

Auf den Computern der beiden 17-Jährigen, die in Tessin bei Boizenburg ein Ehepaar getötet hatten, hat die Staatsanwaltschaft nach Informationen des sterns und stern.de Computerspiele gefunden. Bislang hat die Staatsanwaltschaft entsprechende Ermittlungen nicht kommentiert und hüllt sich über Details auch weiterhin in Schweigen.

Dem Rundfunksender Ostseewelle zufolge sollen sich die Hinweise verdichten, nach denen die Ermordung des Ehepaares von der Handlung in einem Computerspiel abgeleitet worden war. Unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet der Sender, dass Felix D. und Torben B. von dem 46-jährigen Familienvater Unterwerfungsgesten verlangten, bevor sie auf den niederknienden Mann eingestochen und ihn umgebracht hatten. Solche Szenen gebe es auch in einem Computer-Spiel und in einem dazugehörigen Gewalt-Video.

Die Staatsanwaltschaft schweigt ab jetzt

Offiziell aber gibt die Staatsanwaltschaft keine Details nach außen. Daran soll sich bis auf weiteres nichts ändern. Der zuständige Staatsanwalt Hans Christian Pick hat angekündigt, dass seine Behörde bis zur Gerichtsverhandlung nichts mehr zu den Ermittlungen sagen werde. Auch wenn ein Motiv für die Tat in dem 200-Einwohner-Dorf gefunden werden sollte, werde dies nicht an die Öffentlichkeit gegeben. "Es handelt sich bei den Tatverdächtigen um Jugendliche, da wird die Hauptverhandlung von Gesetzes wegen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Deshalb wird es vorher auch keine Auskünfte zum Motiv oder zu Zeugenaussagen geben." So solle auch eine Vorverurteilung ausgeschlossen werden.

Über Gründe der Tat und Einzelheiten des Hergangs ist bislang nichts bekannt geworden. Allerdings wird das Entführungsopfer der Jugendlichen, die 15-Jährige Eyleen W., am Mittwochabend bei stern TV zu Gast sein. Dort berichtet sie erstmals, was sich in der Nacht des Verbrechens ereignet hat und will zudem einige Gerüchte, die über sie im Umlauf sind, entkräften. Eyleen W. kannte die beiden Täter zwar aus der Schule, doch vieles, was jetzt in der Presse über zu lesen ist, "stimmt nicht", wie sie ausrichten lässt.

Eyleen W. soll den Samstagabend mit den Jungen verbracht haben. Anschließend wurde sie gefesselt und geknebelt und bis zur Tat in einen Schuppen eingesperrt. Danach wurde sie von Felix D. und Torben B. eine Stunde in einem weißen Polo gefangen gehalten.

stern.de