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Doppelmord von Krailling Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Onkel


Fünf Monate ist es her, dass der Münchner Vorort Krailling von dem Mord an zwei Schwestern erschüttert wurde. Fast so lange sitzt der Onkel der Kinder in U-Haft. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Mann soll auch geplant haben, seine Schwägerin zu töten.

Mehr als fünf Monate nach dem Doppelmord von Krailling ist Anklage gegen den Onkel der zwei getöteten Mädchen erhoben worden. Thomas S. sei dringend verdächtig, die elfjährige Sharon und die achtjährige Chiara heimtückisch und aus Habgier getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft München II am Freitag mit. Hintergrund der Tat war demnach offenbar ein Erbstreit zwischen dem Beschuldigten und der Mutter der Mädchen, seiner Schwägerin.

Laut Staatsanwaltschaft ist davon auszugehen, dass sich Thomas S. in massiven finanziellen Schwierigkeiten befand und nicht nur die beiden Kinder töten wollte, sondern auch deren Mutter, um "sich einen finanziellen Vorteil aus dem Nachlass zu sichern". Die Mutter hatte ihre zwei Töchter am 24. März nachts bei der Rückkehr von der Arbeit in einer benachbarten Gastwirtschaft blutüberströmt in ihrer Wohnung in Krailling entdeckt. Die Tat in der kleinen Gemeinde im Südwesten Münchens hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Unter Verdacht geriet der Onkel, nachdem die Ermittler DNA-Spuren von ihm unter anderem an den Leichen der Mädchen gefunden hatten. Auch wurden Spuren des Postboten an der vermutlich als Tatwaffe verwendeten Hantelstange und an einem Messer nachgewiesen. Zudem stammte den Ermittlern zufolge ein bei dem Verbrechen verwendetes Seil von dem Mann, der kurz nach der Tat vor seinem Haus in Peißenberg im Landkreis Weilheim festgenommen wurde.

Thomas S., selbst Vater von vier Kindern, hat die Tat in seinen ersten Vernehmungen abgestritten und schweigt seither. Einen Termin für den Prozessbeginn gibt es noch nicht. Zunächst muss die Schwurgerichtskammer am Landgericht München II über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden. Die Staatsanwaltschaft hat für den Prozess bislang 54 Zeugen und neun Sachverständige benannt.

DPA/AFP DPA

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