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Drogenboss gefasst: Mexikanische Polizei nimmt "El Mamito" fest

Sie nennen ihn "El Mamito". Die mexikanische Polizei nahm den Drogenboss, dessen bürgerlicher Name Rejón Aguilar lautet, auf Yucatán fest. Er gilt als Nummer drei des besonders brutalen Los Zetas-Kartells.

Im Kampf gegen die Drogenmafia in Mexiko hat die Polizei einen weiteren Boss der besonders brutalen Bande Los Zetas gefasst. Der als Nummer drei des Kartells geltende Jesús Enrique Rejón Aguilar soll Mitte Februar an der Tötung eines US-Grenzbeamten beteiligt gewesen sein, wie die Behörden am Montag mitteilte. Bei einer Schießerei zwischen mexikanischen Soldaten und Kriminellen wurden unterdessen 13 Verbrecher getötet.

Rejón Aguilar alias "El Mamito" wurde am Sonntag im Landesinneren festgenommen, als er auf dem Weg zum Haus seiner Mutter im Bundesstaat Campeche auf der südöstlichen Halbinsel Yucatán war, wie das Ministerium für öffentliche Sicherheit am Montag mitteilte. Der für Sicherheitsfragen zuständige Regierungssprecher Alejandro Poiré sprach von einem schweren Schlag gegen die Kommandostruktur der Bande. Bei der Pressekonferenz wurde Rejón Aguilar, wie dies in Mexiko üblich ist, den Medienvertretern vorgeführt.

Rejón Aguilar wird nach Polizeiangaben verdächtigt, Mitte Februar an der Tötung eines US-Grenzbeamten im Norden Mexikos beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Angriff war ein zweiter US-Beamter schwer verletzt worden. Die USA hatten eine Belohnung von fünf Millionen Dollar (3,5 Millionen Euro) für die Ergreifung von "El Mamito" ausgesetzt.

Die brutale Bande Los Zetas wird auch verdächtigt, für die unlängst gefundenen Massengräber im Nordosten Mexikos verantwortlich zu sein. Seit dem 1. April entdeckten die Behörden nahe der Stadt San Fernando dutzende Massengräber mit mehr als 180 Leichen. Im dortigen Bundesstaat Tamaulipas liefern sich Los Zetas und das Golf-Kartell einen blutigen Kampf um die Vorherrschaft im Drogengeschäft. Los Zetas wurde von früheren Elitesoldaten gegründet, die in den 90er Jahren desertierten, um für das Golf-Kartell zu arbeiten. Heute bekämpfen die Mitglieder von Los Zetas ihre ehemaligen Bosse.

Zuletzt hatten die mexikanischen Behörden Mitte April die Festnahme von Martín Omar Estrada Luna alias "El Kilo" und fünf weiteren Verdächtigen verkündet. Estrada Luna galt als Kopf von Los Zetas. Nach der Festnahme von Rejón Aguilar fahnden die Behörden nun noch nach Heriberto Lazcano alias "El Lazca", der nach Behördenangaben der letzte noch flüchtige Los-Zetas-Gründer ist.

Ebenfalls im Bundesstaat Tamaulipas an der Grenze zu den USA wurden am Montag bei einer Schießerei zwischen Soldaten und Kriminellen 13 Kriminelle getötet worden. Sie hatten nach Armeeangaben in der Grenzstadt Río Bravo von einem Haus aus das Feuer auf eine Militärpatrouille eröffnet. Nach der Schießerei beschlagnahmten die Soldaten sieben Fahrzeuge mit Waffen und nahmen einen Mann mit einem Sturmgewehr fest.

Von den 50.000 Soldaten, die in Mexiko gegen die Rauschgiftmafia im Einsatz sind, befinden sich mehr al 4000 in Tamaulipas. Offiziellen Angaben zufolge wurden allein seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón im Dezember 2006 mehr als 37.000 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg getötet.

cjf/AFP / AFP