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Drogenkrieg in Mexiko: 29 Häftlinge in mexikanischem Gefängnis getötet

Es war ein blutiger Tag in Mexiko: Im Gefängnis der Stadt Mazatlán starben 29 Häftlinge bei Kämpfen rivalisierender Drogengangs. Die Armee musste anrücken, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Im Westen des Landes wurden zudem zwölf Polizisten in einen tödlichen Hinterhalt gelockt.

Bei Überfällen und Auseinandersetzungen im Norden und Westen Mexikos sind am Montag (Ortszeit) 44 Menschen ums Leben gekommen. Allein 29 Todesopfer forderten Kämpfe rivalisierender Gangs in der Haftanstalt der Stadt Mazatlán in Nordwestmexiko, wie die Behörden mitteilten. 21 von ihnen starben bei einer Schießerei zwischen den Insassen. Elf weitere Gefangene wurden später bei einer Durchsuchung der Haftanstalt in verschiedenen Zellen tot aufgefunden. Sie waren erstochen worden. Zudem wurden zwei Polizisten und ein Wachmann verletzt, einer von ihnen schwer.

Einheiten des Heeres und der Marine seien zur Verstärkung der Polizei angerückt, und das Gefängnis sei wieder unter Kontrolle der Sicherheitskräfte gebracht worden, erklärten die Behörden. In der Haftanstalt seien sechs Pistolen gefunden worden. Presseberichten zufolge wurde außerdem ein Sturmgewehr von Typ AK-47 entdeckt.

An den Auseinandersetzungen waren den Berichten zufolge das Drogenkartell "Los Zetas" und die berüchtigte Bande von Joaquin Guzman, alias "El Chapo", beteiligt. Guzman ist der von den USA meistgesuchte Drogenboss in Mexiko. Die Zetas wurden von ehemaligen Antidrogeneinheiten der Polizei und des Militärs gegründet, die sich seither ihrerseits am Rauschgiftschmuggel beteiligen. Sie gelten als besonders gewaltbereit und gefährlich.

Polizisten in Hinterhalt gelockt

Bei zwei weiteren Zwischenfällen wurden 15 Polizisten getötet: Drei kamen bei einem Überfall in Ciudad Juárez ums Leben. Die Grenzstadt gilt als Brennpunkt der Drogenkriminalität. In der Stadt Zitacuaro im Westen Mexikos wurden zwölf Polizisten in einem Hinterhalt erschossen. Die Beamten seien auf dem Weg in die Hauptstadt Mexiko-City gewesen, als sie angegriffen wurden, teilte das Ministerium für öffentliche Sicherheit im Bundesstaat Michoacan mit. Auch mehrere der Angreifer seien getötet worden. Die Armee habe die Verfolgung der übrigen aufgenommen.

Mexikos Präsident Felipe Calderón kündigte an, trotz Kritik an seinem Vorgehen gegen Drogenkartelle festzuhalten. Kritiker machen geltend, die Gewalt habe weiter zugenommen, seit Calderón Ende 2006 Tausende Soldaten und Polizisten gegen die Drogenkriminalität eingesetzt hat. Ohne diese Bemühungen "wären wir in einer viel schlimmeren Lage", schrieb der Staatschef in einem von mehreren Zeitungen veröffentlichten Artikel.

In Mexiko tobt ein Krieg rivalisierender Drogenbanden um Schmuggelrouten in die USA. Obwohl im ganzen Land 50.000 Soldaten im Einsatz sind, wurden bei den Kämpfen in den vergangenen dreieinhalb Jahren fast 23.000 Menschen getötet. Auch Auseinandersetzungen zwischen Häftlingen und Auftragsmorde hinter Gittern sind in Mexiko keine Seltenheit. Während der vergangenen zwei Jahre starben so mehr als 100 Gefängnisinsassen.

mad/APN/DPA/AFP / DPA
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