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Drogenkrieg: Mexikaner löste 300 Leichen in Säure auf

Die mexikanische Bundespolizei hat in Nordmexiko einen Mann festgenommen, der mindestens 300 Körper von Ermordeten in Säure aufgelöst haben soll. Der 45-jährige Santiago Meza López ließ die Toten im Auftrag eines Drogenbosses verschwinden.

Ein Mexikaner hat gestanden, im Auftrag einer Drogenbande 300 Leichen in ätzenden Chemikalien aufgelöst zu haben. Der als "Suppenkoch" bekannte Santiago Meza erklärte in einem Dorf nahe der Grenzstadt Tijuana, er habe für seine Tätigkeit 600 Dollar pro Woche erhalten. "Sie brachten mir die Leichen und ich habe sie entsorgt", sagte der 45-Jährige. Überreste habe er in nahe gelegene Gruben gekippt. Er habe dies zehn Jahre lang gemacht. Ein ranghoher Offizier erklärte, die Aussagen des verhafteten Meza seien glaubwürdig. Die Polizei hat in der Region bereits mehrfach menschliche Überreste gefunden, die von ätzenden Chemikalien angegriffen waren.

Angehörige von Vermissten forderten von den Behörden die Freilegung von mutmaßlichen Massengräbern. "Wir hoffen, dass einige der Opfer unsere Verwandten sind. Wenn ich weiß, wo die Leiche meines Sohns ist, werde ich Frieden finden", sagte Fernando Oseguera, dessen Sohn im Jahr 2007 verschwand, auf einer Pressekonferenz. Die meisten der Opfer dürften der Polizei zufolge bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Drogenbanden ums Leben gekommen sein. Viele andere hätten jedoch nichts mit dem Drogenhandel zu tun gehabt. Sie seien zur Erpressung von Lösegeld entführt und dann ermordet worden.

Im vergangenen Jahr sind im eskalierenden mexikanischen Drogenkrieg rund 5700 Menschen umgekommen, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2007. Über 700 der Opfer starben alleine in Tijuana. Präsident Felipe Calderon hat Tausende Soldaten abkommandiert, um die Kartelle zu zerschlagen.

Reuters / Reuters
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