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Tonnenweise Cannabis beschlagnahmt: Mexikanische Polizei findet Drogentunnel unter US-Grenze

Sie brachten Drogen im großen Stil in die USA - und blieben lange unbemerkt. Der Grund: Die Schmuggler arbeiteten im Untergrund. Nun aber hat die Polizei den fast 800 Meter langen Schmugglertunnel unter der mexikanischen Grenze entdeckt.

Der Drogentunnel an der mexikanischen Grenze zu den USA

Der Drogentunnel an der mexikanischen Grenze zu den USA soll rund 800 Meter lang sein und in zehn Metern tiefe liegen

Die mexikanische Polizei hat an der Grenze zu den USA einen Drogenschmugglertunnel von 800 Metern Länge entdeckt. Nach Angaben der Nationalen Sicherheitskommission vom Donnerstag verband der mit Schienen ausgestattetet unterirdische Gang die mexikanische Stadt Tijuana mit dem Stadtgebiet von San Diego in Kalifornien. 16 Verdächtige seien festgenommen worden. Zudem seien in einem Lagergebäude zehn Tonnen Marihuana beschlagnahmt worden.

Der in zehn Metern Tiefe gelegene Tunnel war der Behörde zufolge mit Schienen zum Transport der Drogen sowie mit einem Belüftungssystem und Licht ausgestattet. Die Polizei habe die mutmaßlichen Schmuggler nach wochenlangen Ermittlungen überführt, hieß es in der Mitteilung. Vor dem Zugriff seien "intensive Bewegungen" von Lastwagen beobachtet worden, "offenbar, um Drogen abzuladen", die in die USA gebracht werden sollten.

10 Tonnen Cannbis werden von einem Polizisten bewacht

Die Beamten beschlagnahmten rund 10 Tonnen Cannabis in dem Drogentunnel an der mexikanischen Grenze zu den USA


Der Polizeieinsatz sei "ohne einen einzigen Schuss" verlaufen, die Verdächtigen seien "überrascht" worden. Nach Angaben der Behörde waren die meisten der Festgenommenen zwischen 21 und 50 Jahre alt und stammten aus dem Bundesstaat Sinaloa. Sie sagten den Ermittlern, sie hätten Drogen verpackt und transportiert und hätten Verbindungen zu einer kriminellen Gruppe, die im Westen des Bundesstaates Jalisco ansässig sei.

Polizei findet häufig Drogentunnel

In den vergangenen Jahren wurden dutzende Drogentunnel unter der Grenze zwischen Mexiko und den USA gefunden, die meisten führten in die US-Bundesstaaten Kalifornien und Arizona. Im November 2013 etwa entdeckten Ermittler in Tijuana einen mit Gleisen, Licht und Lüftung ausgestatteten Tunnel, der noch unbenutzt war. Im November 2011 fanden US-Fahnder einen aus Tijuana kommenden Tunnel, der in einem kalifornischen Lagerhaus endete. Im Juli 2012 wurde ein Tunnel zwischen dem US-Bundesstaat Arizona und Mexiko entdeckt.

Auch innerhalb Mexikos nutzen die Drogenkartelle Tunnel, wie unlängst der Ausbruch des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán aus einem Hochsicherheitsgefängnis zeigte: Der Chef des berüchtigten Sinaloa-Kartells entkam im Juli durch einen Tunnel, der die Dusche in seiner Zelle mit einem Haus verband. Seitdem wird nach dem 58-Jährigen gefahndet.

fin / AFP