HOME

Cyber-Grooming: Schweizer Junge missbraucht - Prozess gegen Düsseldorfer beginnt

Im Internet pirschen sich Erwachsene an Kinder heran, um ihr Vertrauen zu gewinnen. So soll es auch einem Jungen aus der Schweiz ergangen sein. Nun steht sein mutmaßlicher Peiniger vor Gericht.

Cyber Grooming Prozess: In diesem Haus in Düsseldorf wohnt der Tatverdächtige

Blick auf das Haus mit der Dachgeschosswohnung des Tatverdächtigen in Düsseldorf

Der Erstkontakt fand im Chat-Bereich des beliebte Onlinespiels Minecraft statt. Dort hatte sich ein zwölfjähriger Junge aus der Schweiz mit kurzem Steckbrief vorgestellt. Der erregte das Interesse eines erwachsenen Mannes. Ab heute muss sich der gelernte Koch wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten.

Der 35-jährige Düsseldorfer gewährte dem Jungen als Administrator Vergünstigungen beim Onlinespiel und gewann schon bald das Vertrauen des Kindes, wie die Ermittler berichten. "Cyber Grooming" nennen Experten die Umtriebe von Pädo-Kriminellen im Internet. Damit sind die verbalen Streicheleinheiten in sozialen Netzwerken gemeint, hinter denen dunkle Absichten stecken.

Täter aus Düsseldorf: Geständnis in Untersuchungshaft

Unter einem Spitznamen soll sich der Angeklagte an den Jungen herangepirscht haben. Schließlich soll er ihn im Juni in der Schweiz getroffen und überredet haben, mit ihm nach Deutschland zu kommen. In Düsseldorf soll der Junge bis zu acht Tage in der Gewalt des gelernten Kochs gewesen sein. Die Anklage listet in diesem Zeitraum 15 Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes auf.

Die Schweizer Polizei hatte bei der Suche nach dem verschwundenen Kind das Bundeskriminalamt um Hilfe gebeten. Ende Juni befreite eine Spezialeinheit der Polizei den Jungen aus der Wohnung des Mannes in Düsseldorf. In der Untersuchungshaft legte der Düsseldorfer ein Geständnis ab.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neben Kindesmissbrauch auch den Besitz von Kinderpornografie vor. Das Düsseldorfer Landgericht hat für den Fall zunächst drei Verhandlungstage angesetzt. 

Frank Christiansen / DPA