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Düsseldorf: Verhandlung über Wiederaufbau des Berliner Schlosses

Der Bau des Berliner Stadtschlosses kommt an diesem Mittwoch vor Gericht. Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) wird über die Frage verhandelt, ob der Vertrag für die Wiederrichtung des Hohenzollernschlosses zwischen dem italienischen Architekten Franco Stella und den Bund rechtens war.

Der Bau des Berliner Stadtschlosses kommt an diesem Mittwoch vor Gericht. Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) wird über die Frage verhandelt, ob der Vertrag für die Wiederrichtung des Hohenzollernschlosses zwischen dem italienischen Architekten Franco Stella und den Bund rechtens war. Einspruch dagegen hatte der im Wettbewerb unterlegene Architekt Hans Kollhoff erhoben. Das Bundeskartellamt hatte ihm Recht gegeben. Das Bundesbauministerium hatte dagegen Beschwerde eingelegt. Eine Entscheidung des Gerichts wird für Anfang 2010 erwartet.

Im Kern geht es um die Frage, ob Stella berechtigt war, an der Ausschreibung teilzunehmen. Nach den Vorgaben sollten die beteiligten Architekturbüros entweder drei feste Mitarbeiter oder einen Jahresumsatz von 300 000 Euro nachweisen. Stella hatte beide Vorgaben auf Treu und Glauben bejaht. Am Mittwoch will das Bauministerium Beweise vorlegen, wonach Stella teilnahmeberechtigt war.

Nach einem Bericht von "Spiegel online" gibt es weiter Zweifel an der Eignung Stellas. In einem Brief habe die Architektenkammer von Venetien zwar bestätigt, das bei Stella drei Architekten gearbeitet hätten. Sie seien allerdings nicht bei ihm, sondern bei einer Firma seines Bruders beschäftigt gewesen.

Kritisch wird es für das Bundesbauministerium auch beim Architektenvertrag. Um das 550-Millionen-Projekt überhaupt realisieren zu können, hatte Stella mit den Architekturbüros Hilmer Sattler Albrecht sowie Gerkan Marg und Partner eine gemeinsame Firma gegründet. Damit sollten zwei Büros die zentrale Planung übernehmen, die im Wettbewerb unterlegen waren.

Am Wochenende hatte der neue Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) die Realisierung des Projektes bekräftigt. In das Schloss mit drei wiederaufgebauten Originalfassaden soll das Humboldtforum als "Schaufenster der Kulturen" einziehen. Gleichzeitig betonte er, dass die Bausumme von 552 Millionen Euro gedeckelt sei. "Wer mehr will, muss sagen, woher das Geld kommen soll", sagte Ramsauer der Zeitung "B.Z.".

DPA / DPA