Duisburger Mafia-Morde Staatsanwalt stellt ersten Haftbefehl aus


Die Fahndung nach den Mördern von Duisburg hat einen weiteren Erfolg gebracht: Die Staatsanwaltschaft konnte einen ersten Haftbefehl ausstellen. Auf die Spur des Verdächtigen kam die Polizei durch eine unordentliche Wohnung.

Die deutsche Polizei sucht nach den Mafia-Morden von Duisburg erstmals einen Verdächtigen mit Haftbefehl. Ein 28-jährige Giovanni Strangio stehe im Verdacht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, teilte die Duisburger Polizei mit. Nach dem in Kaarst bei Düsseldorf gemeldeten Mann werde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er sei ein Verwandter einer im Dezember im italienischen San Luca ermordeten Frau eines Mafia-Bosses.

In Duisburg waren in der Nacht zum 15. August sechs Männer vor einem italienischen Restaurant erschossen worden. Sie waren der Polizei zufolge Mitglieder der Mafia-Organisation 'Ndrangheta, die auch in Duisburg gut etabliert sein soll. Zwei Clans der Ndrangheta bekämpfen sich im süditalienischen San Luca bereits seit 16 Jahren.

Die Polizei hatte am Freitag vergangener Woche in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen und im Bundesgebiet Wohnungen durchsucht, darunter auch in Kaarst. Die Wohnung des Verdächtigen habe bei der Durchsuchung wie fluchtartig verlassen ausgesehen, teilte die Polizei nun mit. Es stehe fest, dass sich der Mann seit dem 10. August in Deutschland aufgehalten habe. Die Ermittler suchen in diesem Zusammenhang auch nach einem von dem Italiener angemieteten Fahrzeug des Typs Renault Clio.

Die Tat in Duisburg hatte in Deutschland und Italien Entsetzen ausgelöst. Die Männer im Alter zwischen 16 und 38 Jahren waren vor dem Restaurant "Da Bruno" auf offener Straße regelrecht hingerichtet worden.

Reuters Reuters

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