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Duisburger Morde: Mafia-Festnahmen in NRW und Süditalien

Die deutsche und die italienische Polizei haben mindestens vier mutmaßliche Mafiosi festgenommen. Die Verdächtigen sollen der kalabrischen Mafia-Gruppe 'Ndrangheta angehören, die auch für den Sechsfachmord Mitte August in Duisburg verantwortlich sein soll.

Vier Monate nach dem Sechsfachmord der Mafia in Duisburg hat die Polizei mehrere Verdächtige festgenommen. Die Polizei in Duisburg erklärte, dass drei Männer in Italien und zwei in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden seien. Bei den Verdächtigen handelt es sich jedoch vermutlich nicht um Beteiligte am Duisburger Blutbad.

Vielmehr sind die Festnahmen Teil des italienischen Vorgehens gegen die kalabrische Mafia, welche mit den Duisburger Morden in Zusammenhang steht. Die Verdächtigen in NRW seien aufgrund eines Rechtshilfeersuchens der italienischen Behörden im Raum Köln und Oberhausen am frühen Morgen festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Kalabrische Mafia im Visier

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete dagegen im kalabrischen San Luca seien zwei Personen festgenommen worden, und nicht drei, wie es die Duisburger Polizei vermeldete. Es seien Mitglieder eines kalabrischen Mafiaclans. Zwei Männer des Nirta-Strangio-Clans seien bei groß angelegten Durchsuchungen in San Luca festgenommen worden, zwei weitere in Deutschland. Derweil laufe die Fahndung nach dem 29-jährigen Giovanni Strangio weiter, der hinter dem Blutbad von Duisburg mit sechs Toten Mitte August stecken soll. Er soll bei den Bossen seines Clans in Kalabrien Schutz gesucht haben.

Blutige Fehde in idyllischer Kleinstadt

Die Festgenommenen werden beschuldigt, Menschen ermordet, mit Waffen gehandelt und einer kriminellen Vereinigung im Mafia-Stil angehört zu haben.

San Luca gilt als Hochburg der kalabrischen Mafia, die 'Ndrangheta genannt wird. In der idyllisch an der Spitze des italienischen Stiefels gelegenen 4200-Seelen-Gemeinde tobt seit 1991 eine blutige Fehde zwischen zwei verfeindeten Mafia-Familien. Auch fünf der Mordopfer von Duisburg stammten aus San Luca.

DPA / DPA