Dunkelziffer bei Mord und Totschlag Justizminister wollen Leichenschauen verbessern


Die vermutlich hohe Dunkelziffer bei Mord und Totschlag soll durch genauere Untersuchungen der Leichen reduziert werden. Die Justizminister von Bund und Ländern haben sich nach jahrelanger Debatte darauf geeinigt, in Zukunft die medizinische Untersuchung in Zweifelsfällen auszuweiten.

Die vermutlich hohe Dunkelziffer bei Mord und Totschlag soll durch genauere Untersuchungen der Leichen reduziert werden. Die Justizminister von Bund und Ländern haben sich nach jahrelanger Debatte darauf geeinigt, in Zukunft die medizinische Untersuchung in Zweifelsfällen auszuweiten. Nach der Tagung in Berlin blieb aber am Donnerstag die Frage offen, ob beschlossenen Maßnahmen tatsächlich die "perfekten Morde" künftig werden verhindern können.

Zu den Dunkelziffern existieren die unterschiedlichsten Schätzungen. Die Deutsche Hospiz-Stiftung sprach von 1.200 bis 2.400 unentdeckten Tötungsdelikten pro Jahr. Dies sei nicht hinnehmbar, sagte Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Patientenschutzorganisation.

Die Justizminister streben nun an, die Qualifizierung der Ärzte, die Leichenschauen vornehmen, durch Fortbildung zu verbessern. Außerdem wird angestrebt, das Honorar dafür zu erhöhen. Weiter ist nach den Worten der Justizministerin von Sachsen-Anhalt, Angela Kolb (SPD), die Feststellung des Todes und die Leichenschau auf zwei Mediziner zu verteilen. Mediziner sollen auch verpflichtet werden, Zweifel an einem natürlichen Tod zu melden.

Allerdings wurde auch durch Nachfragen nicht klar, wie das Grundproblem bei der Feststellung von Tötungsverbrechen gelöst werden soll. Denn zu einer Leichenschau - der genauen Untersuchung - kann es nur dann kommen, wenn der Arzt, der den Tod feststellt, dabei auch tatsächlich Verdacht schöpft. Dazu müssten eigentlich alle Mediziner weitergebildet werden, was aber auch Mehrkosten verursachen würde.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker