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MDR-Intendant tot aufgefunden "Ich möchte ganz allein entscheiden, wann es so weit ist"


Der ehemalige MDR-Intendant Udo Reiter ist tot auf seiner Terrasse aufgefunden geworden. Der Querschnittsgelähmte war ein Verfechter der Sterbehilfe. Bei seiner Leiche soll eine Waffe gelegen haben.

Udo Reiter, der ehemalige Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), ist tot, bestätigte die Polizei am Freitag in Leipzig einen Bericht der Bildzeitung.

Dem Bericht zufolge wurde der 70-Jährige leblos auf der Terrasse seines Hauses in Gottscheina in der Nähe von Leipzig gefunden. In der Nähe des Leichnams sei eine Waffe gefunden worden. Die Kripo gehe von Selbstmord aus, ein Fremdverschulden sei aber auch nicht auszuschließen.

Reiter war der Gründungsintendant des MDR, schweißte über 20 Jahre bis zum seinem Ausscheiden die Drei-Länder-Anstalt Thüringens, Sachsens und Sachsenanhalts zusammen. Seit einem Autounfall 1966 saß der gebürtige Lindauer im Rollstuhl.

Seit dem Tod seiner ersten Ehefrau 2011 hatte sich Reiter immer wieder öffentlich für das Recht auf einen selbstbestimmten Tod stark gemacht. "Ich möchte nicht als Pflegefall enden, der von anderen gewaschen, frisiert und abgeputzt wird. Ich möchte nicht allmählich vertrotteln und als freundlicher oder bösartiger Idiot vor mich hindämmern. Und ich möchte ganz allein entscheiden, wann es so weit ist und ich nicht mehr will", schrieb er beispielsweise im Januar in einem Kommentar in der Thüringer Allgemeinen. Auch in seinem Buch "Gestatten, dass ich sitzen bleibe" schneidet er das Thema an.

haw/DPA DPA

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