Eifersuchtsdrama Afghane ersticht Ex-Partnerin


"Ehrenmord" in München: Ein 27-jähriger Afghane hat seine 24-jährige Ex-Partnerin erstochen und die Bluttat mit "seinen aus dem Koran abgeleiteten Rechten" begründet. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Mordes beantragt.

Bei einem blutigen Eifersuchtsstreit hat ein 27 Jahre alter Afghane in der Nacht zum Montag in München seine frühere Partnerin erstochen. Die Polizei geht von einem sogenannten Ehrenmord aus, der 27-Jährige habe ein umfangreiches Geständnis abgelegt und die Bluttat mit "auf seine aus dem Koran abgeleiteten Rechte" begründet.

Grund der tödlichen Auseinandersetzung soll eine Beziehung der 24-jährigen Hausfrau mit einem Cousin gewesen sein. Unter Berufung auf eine Stelle im Koran verbot ihr der Täter dies zunächst und forderte sie auf, wieder zu ihm zurückzukommen. Als die Frau, die mit dem Mann eine gemeinsame dreijährige Tochter hat, dies ablehnte und in der Nacht zum Montag ausgehen wollte, habe der 27-Jährige plötzlich ein Messer gezogen und ihr mehrere Male in die Brust gestochen. Streifenbeamte hatten noch versucht, die 24-Jährige zu reanimieren, sie starb aber wenig später in einem Krankenhaus.

Der Täter flüchtete zunächst, kehrte aber zurück und ließ sich festnehmen. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen Mordes. Offen blieb, ob die beiden überhaupt verheiratet waren: Sie hatte das zuvor bei der Polizei in einer anderen Sache bestritten, nach seinen Angaben waren sie dagegen nach afghanischem Recht verheiratet. In Afghanistan gilt die Scharia, die Beziehungen außerhalb der Ehe verbietet.

AP/DPA/AFP AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker