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Kalifornien Frau täuschte ihre eigene Entführung vor – nun muss sie anderthalb Jahre ins Gefängnis

Sherri Papini täuschte 3 Wochen lang ihre Entführung vor
Sherri Papini täuschte 3 Wochen lang ihre Entführung vor
© ZUMA Wire / Imago Images
Eine Frau aus dem US-Bundesstaat Kalifornien täuschte im Jahr 2016 ihre eigene Entführung vor. Nun wurde sie zu einer Haftstrafe von 1,5 Jahren verurteilt.

Die 40-jährige Sherri Papini aus dem US-Bundesstaat Kalifornien täuschte im Jahr 2016 ihre eigene Entführung vor. Mit Hilfe neuester DNA-Technologie konnten Ermittler den Schwindel aufdecken. Vom Gericht in Sacramento wurde sie am Montag zu 1,5 Jahren Gefängnis verurteilt.

Papini wurde im Jahr 2016 als vermisst gemeldet, nachdem sie für eine Joggingrunde ihr Haus im nordkalifornischen Ort Redding verlassen hatte. Drei Wochen später wurde sie lebendig aber verletzt auf einer Autobahn entdeckt – etwa 140 Kilometer entfernt. Der Polizei schilderte sie in einer Aussage, dass sie von zwei maskierten und spanisch sprechenden Frauen in einem SUV entführt worden sei. Anschließend sei sie gefesselt, gefoltert und in einen Schrank eingesperrt worden. Ihre Entführerinnen sollen sie mit glühenden Werkzeugen gebrandmarkt und mit vorgehaltener Waffe bedroht haben.

Die Polizei suchte jahrelang vergeblich nach den Entführerinnen

Die Schilderungen der Frau veranlassten die Polizei dazu, nach den mutmaßlichen Entführerinnen zu suchen. Die Suche war jedoch mehrere Jahre vergeblich, wie sich später herausstellte. Außerdem erhielt Papini eine Spende von mehr als 49.000 US-Dollar durch eine GoFundMe-Kampagne.

Ihre Geschichte flog auf, als DNA ihrer Kleidung mit der ihres Ex-Freundes in Verbindung gebracht werden konnte. Dieser gab dann zu, dass die Geschichte der angeblichen Entführung eine Lüge war. "Papini plante und führte einen ausgeklügelten Entführungsschwindel durch und hielt dann ihre falschen Angaben jahrelang nach ihrer Rückkehr aufrecht, ohne Rücksicht auf den Schaden, den sie anderen zugefügt hatte“, heißt es in der Akte der Staatsanwaltschaft.

Anfang 2022 wurde sie schließlich festgenommen und gab zu, die Geschichte vorgetäuscht und sich die Verletzungen selber zugefügt zu haben, um glaubwürdiger zu wirken. In den drei Wochen ihres Verschwindens habe sie sich bei ihrem Lebensgefährten in Südkalifornien aufgehalten.

Hohe Strafe, um Nachahmer abzuschrecken

Der Richter William Shubb verhängte die lange Haftstrafe um mögliche Nachahmer abzuschrecken. Außerdem habe er bei seinem Urteil mit bedacht, wieviele Personen von diesem Schwindel negativ betroffen waren. Darunter die Ermittler, die jahrelang vergebens nach der Frau suchten, Menschen aus der Gemeinde die Papini glaubten und wegen der vermeintlichen Entführung in Angst lebten. Zudem haben viele hispanische Frauen unter der Anschuldigung gelitten und sich nicht mehr zu zweit oder in einem SUV auf die Straße getraut. "Papini hat dafür gesorgt, dass unschuldige Personen zum Ziel einer strafrechtlichen Untersuchung wurden“, heißt es weiterhin von der Staatsanwaltschaft.

"Ich bin der Lüge schuldig. Was getan wurde, kann nicht rückgängig gemacht werden. Es kann nicht ungeschehen gemacht werden", gab die 40-Jährige vor Gericht zu. Als Teil ihrer Strafe muss Papini eine Summe von 150.000 US-Dollar für die Suchaktion zurückzahlen – und 150.000 Dollar an die Versicherungen, die sie für ihre Verletzungen erhalten hatte.

Quellen:  Tag24, CNN

ky

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