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Ein Jahr in Freiheit: Auf den Spuren von Natascha Kampusch

Rennbahnweg, Strasshof, Währing: Drei unscheinbare Ecken in und um Wien. Für Natascha Kampusch Ort ihrer Kindheit, Adresse ihres Entführers und die Wohnung ihres Neuanfangs. stern.de besuchte die Orte, die ihr Leben prägen.

Von Karin Spitra, Wien

Strasshof an der Nordbahn, Heinestraße. Es ist so heiß, dass die Luft flirrt. Es riecht nach Staub und gedörrtem Gras. Sogar die Vögel sind zu matt zum Zwitschern. 32 Grad hat der Wetterbericht angekündigt. So heiß ist es im Sommer oft hier, im nördlichen Marchfeld, 25 Kilometer von Wien entfernt. Von hier kommt das Gemüse für die österreichische Hauptstadt. Von hier floh vor einem Jahr Natascha Kampusch vor ihrem Peiniger.

Bis vor einem Jahr wusste kaum jemand, dass es Strasshof überhaupt gibt. Das ist jetzt anders. Schuld daran ist "er", wie man in Strasshof sagt. Er, der in dieser Vorstadt-Idylle so etwas unfassbar Böses getan hat. Keiner hat's gemerkt. Keiner hat's geahnt. Das mit dem Wolfgang Priklopil und seinem schönen, großen Haus in der Heinestraße 60. Das mit der Natascha Kampusch.

Die Nachbarn verschwinden ins Haus, sowie sie Presse wittern. Die wochenlange Belagerung hat Spuren hinterlassen. Jetzt, zum ersten Jahrestag der Flucht kommen sie wieder, die Fernsehteams. "Ich muss rein", ruft die Nachbarin von schräg vis-á-vis. Dann ist sie weg. Und die Straße menschenleer. Na ja, fast. Bis auf zwei Kamerateams. "Schlimm." Mehr sagt die Frau an der Tankstelle nicht dazu. Und dass sie jetzt weiterarbeiten müsse. "Furchtbare Geschichte," sagt sie noch. Und "das arme Mädchen". Dann greift sie hinter sich und verkauft dem nächsten Kunden eine Packung Zigaretten. Der Mann schaut betont weg. Wer wohnt schon gern neben einem Monster?

Knapp 9000 Menschen leben in Strasshof. Wien ist nur 25 Kilometer entfernt, das lockt Pendler an. Der Ort wächst, eine S-Bahn gibt's auch. Junge Familien siedeln sich hier an, Bauland ist günstig. Schnurgerade Straßen, daran aufgereiht saubere kleine Einfamilienhäuser mit Garten und Garage. Die Hecken sind ordentlich geschnitten, in vielen Gärten stehen Obstbäume. Außer auf der Hauptstraße gibt es nicht viel Verkehr. Man kennt sich. Man schaut aufeinander. Es muss schön sein, hier Kind zu sein. Auf der Straße herumtollen zu können. Durch die Gärten zu jagen. Beim Nachbarn Obst zu klauen. Auch in der Heinestraße.

Für Natascha Kampusch war Strasshof anders. Nicht so hell. Nicht so weit. Nicht so frei. Ihr Strasshof hatte andere Dimensionen: Sie waren präzise ein Meter einundachtzig breit, zwei Meter achtundsiebzig lang und zwei Meter siebenunddreißig hoch. Das waren die Maße ihres Verlieses. Am Eingang eine schwere Tresortüre. Das Haus über dem Garagenverlies: Etwa 160 Quadratmeter groß, Glasziegeln im Treppenhaus, an allen Fenstern Jalousien. Der Garten ist mit Überwachungskameras gesichert. Kameras sichern auch Einfahrt und Haustor. Über dem Zaun: Stacheldraht. Die Nachbarn dachten: Der hat Angst vor einem Einbruch. Doch Priklopil hatte Angst vor einem Ausbruch. Hier verbrachte Natascha achteinhalb Jahre. Eine Kindheit in Strasshof. Exakt sechzehn Kilometer von ihrem eigentlichen Heim entfernt.

Wien, 22. Bezirk (Kagran), Rennbahnwegsiedlung. Es gibt schlimmere Wohnviertel. In der Großfeldsiedlung zum Beispiel: Übelste Bausünde der 70er, gesichtslose Wohnblocks, endlos aneinander gereiht. Sozialer Brennpunkt. Viel Prekariat - auch wenn das damals anders hieß. Doch man hat dazugelernt. Das Quartier am Rennbahnweg kann sich eigentlich sehen lassen. Die Blocks sind niedriger, es gibt viel Grün, die Anlage ist weitläufig und hat viele Spielplätze. Alles ist sauber, ältere Frauen sitzen auf Bänken und halten ein Schwätzchen, während die Enkelkinder einen kleinen Hund ärgern. Sicher, Wien hat schönere Viertel. Aber auch hässlichere. Sicher, in der Rennbahnwegsiedlung leben 25.000 Menschen auf engem Raum zusammen. Aber es gibt viele Kinder. Es gibt jederzeit jemanden zum Spielen. Deshalb zog Brigitta Sirny mit ihrer Tochter Natascha her.

Idealbild von einem glücklichen Leben

Die Rennbahnwegsiedlung ist eines von Wiens größten Gemeindebauten und typisch für das Idealbild, das sich die Menschen noch vor einigen Jahren von einer glücklichen Wohnsituation machten. Doch der Neubau im Norden Wiens, Ende der 70er als "gestapelte Einfamilienhäuser" konzipiert, hatte schnell sein übles Image weg. Wie andere Monsterwohnprojekte am Stadtrand auch, galt die Rennbahnwegsiedlung lange Zeit als Sammelbecken der sozial Schwachen, von Arbeitslosen, Alkoholikern, Kleinkriminellen und anderen Verlierern. Dies änderte sich erst, als sich die Stadt Wien Anfang der 90er zu einer großen Generalsanierung entschloss. Über 25.000 Fenster wurden erneuert, die Wohnblocks farbig gestrichen, die Grünanlagen neu gestaltet. Gleichzeitig begann die Stadt PR in eigener Sache zu machen - durchaus erfolgreich.

Als Brigitta Sirny mit ihrer Tochter Natascha Mitte der 90er Jahre hierher zog, war das Leben schon besser als sein Ruf. Jedenfalls war es ein bewusster Schritt, es sollte ein Neuanfang der beiden werden, ohne Nataschas Vater, den die Mutter nur noch beim Nachnamen "Koch" nannte. In einer kleinen 3-Zimmer-Wohnung. Mit Balkon. Mit vielen Kindern in der Nachbarschaft. Mit einer Schule, gleich ums Eck. Mit allen Geschäften, die eine Kleinfamilie so zum leben braucht. Eigentlich wie in einem Dorf. Dass sich die jungen Burschen mit "Servus, Hurenkind" begrüßen ist eher popkulturelles Zitat, denn tatsächlich gelebte Underdog-Mentalität. Hier wohnen sie also zusammen. Alleinstehende Mutter mit Kind. Vier Jahre lang. Bis zum Morgen des 2. März 1998. Da schnappte sich Wolfgang Priklopil die zehnjährige Natascha.

"Nix Presse"

Fragt man Bewohner der Rennbahnwegsiedlung nach Natascha, dann spürt man ihr Mitgefühl. "Schlimm", sei das damals gewesen, sagt eine alte Frau. Und will dann doch schnell weg. "Nix Presse", sagt sie immerhin noch. In den Wochen nach Nataschas Auftauchen wurde viel über ihre Siedlung geschrieben. Meist von Journalisten, die in ihrem Leben vorher noch nie einen Schritt in den Rennbahnweg gesetzt hatten. Ein bisschen grauer Beton, ein paar Graffitis, einen leeren Platz - fertig war die Fotoreportage vom sozialen Brennpunkt. Die Presse kommt nicht gut weg bei den Anwohnern. "Dazu sagen wir nichts", heißt es auch im Supermarkt. Aber auch "losst des Madl doch in Rua', ös Schmeißfliagn."

Dass Natascha noch lebt, glaubte irgendwann nur noch die Mutter. Und vielleicht noch Nataschas Stiefschwestern, die beiden erwachsenen Töchter aus Sirnys erster und einziger Ehe. Wie für Natascha begann für die Mutter 1998 die Hölle - wenn auch eine andere. "Verzweifelte Jahre" nannte sie die Zeit in ihrem Buch. Während Natascha in ihren Verlies einen Pakt mit ihrem größeren Ich schließt und sich selbst verspricht stark zu werden, irgendwann zu fliehen, driftet ihre Mutter ab: Schläft nur noch auf dem Sofa im Wohnzimmer, ernährt sich fast nur noch von Kaffee und Zigaretten, lässt sich auf die Hilfe von "Hellsichtigen" ein - alles nur, um ihr Kind wiederzufinden. Sie weigert sich, das Türschloss auswechseln zu lassen: "Natascha hat doch ihren Hausschlüssel mit, sie muss doch reinkommen können." Sie kauft sich wieder ein rotes Auto: "Falls Natascha danach schaut..."

Eine Kerze für Natascha

Sie fährt jedes Jahr nach Mariazell und zündet mit ihren Enkeln in der Lichtergrotte eine Kerze für Natascha an. Am 23. August 2006 ist sie wieder dort, aber die Lichtergrotte ist geschlossen. Wegen Renovierung. Ein paar Stunden später bekommt sie den entscheidenden Anruf. Natascha sei wieder aufgetaucht. Mit neunundneunzigprozentiger Sicherheit. Da ist ihre Tochter 15 Zentimeter größer und drei Kilo leichter als vor achteinhalb Jahren. In der Nacht brannten in vielen Fenstern der Rennbahnwegsiedlung Kerzen.

Wien, 9. Bezirk (Währing). August 2007. Ein Jahr danach. Brigitta Sirny wohnt immer noch am Rennbahnweg. Natascha Kampusch übernachtet dort noch ab und zu. Ihr altes Kinderzimmer wurde neu gestrichen. Nicht nur das hat sich verändert. Jetzt ist Natascha bekannt. "Eine Jahrhundertklientin" nennen ihre Anwälte sie. Betreuer und Berater beschäftigen sich mit ihr. Zu viele, meint ihre Familie. Das erste Wiedersehen mit der Mutter dauerte nicht einmal fünf Minuten. Auf das zweite musste Sirny fünf Tage warten. Mit jemandem aus der Rennbahnwegsiedlung traut man sich wohl so etwas zu machen. Aber Natascha ist zäh, sie weiß was sie will: Leben.

Dauerbeobachtung durch Presse und Öffentlichkeit

Ihr Problem: Zu viele Menschen wollen ihr dabei zuschauen. Schon unter normalen Umständen ist die Dauerbeobachtung durch Presse und Öffentlichkeit schwer zu ertragen. Wie schwer mag es für jemanden sein, der achteinhalb Jahre in einem Verlies gefangen gehalten wurde, bis er bleich war, wie eine Made? Dass Brigitta Sirny ihr Buch ausgerechnet zum ersten Jahrestag auf den Markt brachte, soll wohl auch die Aufmerksamkeit von Natascha abziehen - zumindest so gut es geht. Denn dass die mittlerweile 19-Jährige noch viel Zeit brauchen wird, bis sie ein normales Leben führen kann, glaubt jeder - sogar die Leute aus ihrem innersten Zirkel.

Doch was ist schon normal, für jemanden wie Natascha? Sie hat jetzt eine eigene Wohnung. Eine Mietwohnung. Als die Mutter sie das erste Mal betritt, bekommt sie einen Schreck. So groß, so teuer. Es ist ein weiter Weg von Kagran nach Währing. Aber Natascha will es so. Für sie ist Platz Luxus. Das Licht ein- und auszuschalten, wann immer sie will. Essen zu können, was und wann sie mag. Alleine mit der U-Bahn zu fahren, trotz der vielen Leute. Trotz der vielen Körper. Trotz des Geruchs. Sie macht ihren Hautschulabschluss nach. An vier Nachmittagen bekommt sie Einzelunterricht. In der Gruppe lernen geht noch nicht. Lange konzentrieren kann sie sich auch noch nicht. Aber sie holt auf. Trifft ihre Familie. Die Mutter, die Halbschwestern, ihre Nichten und Neffen. Spricht mit Schulfreunden. Geht aus. Tanzt. Sitzt dabei. Wartet. Irgendwann ist die Zeit reif. Dann wird sie ihre Geschichte erzählen. Und wie das war, in Strasshof. Dem Örtchen vor Wien, dass so geeignet ist für Kinder.

Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg