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"Most Wanted"-Liste: Einer der meistgesuchten US-Verbrecher verhaftet – er hatte seinen eigenen Tod vorgetäuscht

Jacob Blair Scott stand auf der "Most Wanted"-Liste in den USA: Er soll seine 14-jährige Stieftochter missbraucht und anschließend seinen Suizid fingiert haben, um der Strafverfolgung zu entkommen. Jetzt wurde er gefasst.

Jacob Blair Scott

Der Fahndungsaufruf der U.S. Marshals führte zu einer schnellen Festnahme

Seit Juli 2018 fahndete die Polizei in den USA nach Jacob Blair Scott, in dieser Woche wurde der 43-Jährige sogar auf die Liste der 15 meistgesuchten Verbrecher in den Vereinigten Staaten aufgenommen. Scott wird Kindesmissbrauch vorgeworfen. Um einem Prozess zu entkommen, hatte er sogar seinen eigenen Tod fingiert. Nun wurde der Mann aus dem US-Bundesstaat Mississippi festgenommen – nur einige Stunden, nachdem die US-Marshals ihn auf die "Most Wanted"-Liste gesetzt hatten.

Fast zwei Jahre lang hatte sich Scott unter dem Namen "Luke" in einem Wohnwagen im Bundesstaat Oklahoma versteckt. Er befand sich auf der Flucht, nachdem er seine 14-jährige Stieftochter sexuell missbraucht und geschwängert haben soll.

Im Juli 2018 sollte ihm in Mississippi der Prozess gemacht werden, Scott wollte sich nach Medienberichten eigentlich auch schuldig bekennen. Vor Gericht tauchte er allerdings nie auf.

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Stattdessen fanden die Ermittler an der Küste von Orange Beach in Alabama sein Boot, eine Waffe und einen Abschiedsbrief, der auf einen Suizid hindeutete. Eine Leiche allerdings wurde nie gefunden. Schon bald gingen die Behörden davon aus, dass Scott seinen eigenen Tod vorgetäuscht hatte, um der Strafverfolgung durch die Justiz zu entgehen. "Wenn sich jemand erschießt, findet man normalerweise forensische Hinweise. Zum Beispiel Gehirnmasse, Haare, Haut, Knochen", sagte damals eine Ermittlerin. "Nichts davon wurde hier gefunden."

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In dem Fahndungsaufruf hieß es, Scott sei ein "Überlebenskünstler" und Militärveteran, der im Irak-Krieg gekämpft habe. Dadurch sei es ihm möglich gewesen, durchs Netz der Behörden zu gehen. Vor seinem Verschwinden hatte er noch 45.000 Dollar von seinem Konto abgehoben – doch weder Freunde noch Verwandte hatten Geld von Scott erhalten. Ein weiterer Hinweis für die Ermittler, dass Scott noch am Leben war.

Entscheidender Hinweis aus der Bevölkerung

Nach Aufrufen in den Medien konnte Scott nun gefasst werden. Nicht einmal 24 Stunden vergingen zwischen seiner Aufnahme auf die Liste der meistgesuchten Verbrecher des Landes und seiner Verhaftung. Ein neuer Rekord, wie der stellvertretende Direktor für Fahndungsoperationen, Jeff Tyler, mitteilte: Noch nie in der 37-jährigen Historie dieser Fahndungsliste konnte ein Flüchtiger so schnell ausfindig gemacht werden.

Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung stellte die Polizei Scott auf einem Campingplatz – für Tipps, die zu seiner Verhaftung führten, war eine Belohnung von 25.000 Dollar ausgesetzt. Bei seiner Festnahme wollte Scott zunächst nicht zugeben, dass es sich bei ihm um den Gesuchten handelte. Die Ermittler konnten ihn aber anhand seiner Tattoos identifizieren. Scott wartet jetzt im Gefängnis in Pittsburgh auf seinen Prozess.

Quellen: U.S. Marshals / "WLOX"

epp
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