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Prozess gegen Drogenbaron: Ex-Bodyguard packt aus: El Chapo mordete mindestens dreimal selbst – auf grausamste Weise

Ein früherer Leibwächter El Chapos hat den angeklagten Drogenbaron im Prozess in New York schwer belastet. Er sei Zeuge von drei Morden seines Ex-Chefs und er schilderte grausame Einzelheiten.

El Chapo

El Chapo (l.) habe mindestens drei Menschen ermordet, so der Zeuge im New Yorker Gerichtsprozess gegen den Drogenbaron

AFP

Der frühere mexikanische Drogenbaron El Chapo, bürgerlich Joaquin Guzmán, wird von seinem ehemaligen Leibwächter schwer belastet. Im Prozess in New York beschrieb Valdez Rios, wie El Chapo mindestens drei Menschen schwer misshandelt und anschließend ermordet haben soll. Die Aussage des früheren Bodyguards ist die erste in dem Prozess, in der ein Zeuge Guzmán vor Gericht direkt und deutlich des Mordes bezichtigt.

Einem Bericht der Zeitung "USA Today" zufolge schilderte der 39-jährige Ex-Mitarbeiter des Drogenbosses detailliert, wie 2006 und 2007 die Morde an den drei Mitgliedern rivalisierender Drogenkartell vonstatten gegangen sein sollen, er habe sie persönlich miterlebt.

El Chapo soll drei Männer ermordet haben

Demnach habe El Chapo zwei der Männer für Verräter gehalten, sie eingesperrt und über mehrere Stunden brutal verprügelt. "Sie wirkten wie Stoffpuppen, ihre Knochen waren gebrochen und sie konnten sich nicht bewegen. Und Joaqin schlug trotzdem immer weiter auf sie ein." Später seien die Opfer auf ein Feld gebracht worden, wo El Chapo ihnen mit einem Gewehr in den Kopf geschossen habe. Die Leichen seien verbrannt worden.

Ein dritter Mann habe ebenfalls einem konkurrierenden Kartell angehört. Ihm seien schwerste Verbrennungen zugefügt worden. "Das Hemd klebte an seiner verbrannten Haut", sagte Rios laut britischer BBC. Anschließend sei das Opfer in eine Holzkonstruktion gesperrt und gefesselt worden. Auf einem Friedhof habe El Chapo ein Verhör begonnen und auf den Gefolterten geschossen, ihn aber dadurch nicht getötet. Das Opfer sei in ein Grab geworfen und lebendig begraben worden.

Der angeklagte Drogenbaron soll die Aussagen seines früheren Bodyguards teilnahmslos zur Kenntnis genommen haben.

Prozess unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen

Der 61-jährige El Chapo muss sich unter anderem wegen Drogenschmuggels, Waffenhandels und Geldwäsche verantworten und mit einer lebenslangen Gefängnisstrafe rechnen. Eine Anklage wegen Mordes gibt es bislang nicht. Laut Staatsanwaltschaft soll das mexikanische Sinaloa-Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt und so Milliarden Dollar verdient haben. Der von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitete Prozess gegen Guzmán hatte Anfang November begonnen und ist auf rund vier Monate angesetzt.

Ex-Leibwächter Valdez sitzt seit 2014 in den USA wegen Drogenhandels in Haft. Durch die Zusammenarbeit mit der Justiz hofft er laut BBC, dass seine Gefängnisstrafe reduziert wird. Bevor er Anfang der 2000er in das kriminelle Kartell einstieg, arbeitete er für mexikanische Spezialeinheiten. Valdez ist der letzte einer Reihe ehemaliger Mitarbeiter von El Chapo, die im Prozess gegen ihren früheren Chef aussagten. In der kommenden Woche soll seine Befragung weitergehen.

Quellen: "USA Today", BBC

mit AFP-Material