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Mexikanischer Drogenboss: Vier mutmaßliche Fluchthelfer von El Chapo angeklagt

Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán ist noch immer auf der Flucht. Die Justiz hat jetzt Anklage gegen vier weitere Gefängnismitarbeiter erhoben, die ihm dabei geholfen haben sollen.

Der mexikanische Drogenboss Joaquin Guzman Loera alias El Chapo im Februar 2014

Joaquín "El Chapo" Guzmán war Mitte Juli 2015 aus einem mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis geflohen (Archivbild)

Nach der Flucht des mächtigen Drogenbosses Joaquín "" Guzmán aus einem mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis sind vier weitere Beamte der Sicherheitsbehörden als Fluchthelfer angeklagt worden. Sie hätten Sicherheitsvorschriften missachtet und nicht rechtzeitig über die Flucht von Guzmán informiert, teilte ein Bundesgericht im zentralmexikanischen Toluca am Montag mit. Damit hätten sie die rechtzeitige Auslösung der Alarmstufe rot verhindert, mit der die Flucht des Drogenbosses hätte unterbunden werden können.

Guzmán war Mitte Juli aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano entkommen. Während der Flucht funktionierten die Überwachungskameras in seiner Zelle einwandfrei, hob das Gericht hervor. Bei den Angeklagten handelte es sich um zwei Strafvollzugsbeamte, die Zelle und den Gang davor anhand der Überwachungsmonitore bewachen sollten. Auch zwei Geheimdienstmitarbeiter, die in dem Kontrollzentrum des Gefängnisses arbeiteten, sollen vor Gericht gestellt werden.

Flucht durch 1,5 Kilometer langen Tunnel

Drei weitere verdächtige Beamte der Strafanstalt waren am 24. Juli angeklagt worden. Alle sieben Verdächtigen waren bereits am 17. Juli festgenommen worden, bei den vier nun Angeklagten hatte ein Richter aber zunächst keine ausreichenden Beweis für die Vorwürfe gesehen.

Der 58-jährige ist der milliardenschwere Chef des Sinaloa-Drogenkartells und gilt als mächtigster Drogenboss der Welt. Er war im Jahr 1993 in geschnappt worden, konnte aber acht Jahre später ein erstes Mal aus dem Gefängnis ausbrechen. Nach 13 Jahren auf der Flucht fassten ihn mexikanische Fahnder schließlich im Februar 2014 mit Hilfe der US-Drogenbehörde in einem Badeort des Bundesstaats Sinaloa. Für seine erneute Flucht nutzte er einen anderthalb Kilometer langen Tunnel.

Die spektakuläre Flucht war für die Regierung von Mexikos Staatschef ein herber Schlag und warf erneut ein Schlaglicht auf die Macht der mexikanischen Drogenkartelle. Die Regierung setzte ein Kopfgeld von umgerechnet 3,4 Millionen Euro auf Guzmán aus.

jek/AFP

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