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El Paso, Texas: Schütze eröffnet Feuer in Supermarkt: "Wir haben zwischen 15 und 20 Opfer"

Wieder Tote bei einem Schusswaffenangriff in den USA. Nur wenige Tage nach den Schüssen auf einem Volksfest in Gilroy schießt ein Mann in einem Supermarkt in El Paso um sich. Zahlreiche Menschen sterben.

Schießerei in El Paso: Augenzeugenvideos zeigen Polizeieinsatz und Evakuierung im texanischen Einkaufszentrum

Bei einem Schusswaffenangriff im texanischen El Paso sind mehrere Menschen getötet und weitere verletzt worden. Nach dem Vorfall in einem Einkaufszentrum gebe es "15 bis 20 Opfer", sagte der texanische Vize-Gouverneur Dan Patrick am Samstag dem Fernsehsender Fox News. El Pasos Bürgermeister Dee Margo sprach von einer "Tragödie" mit "mehreren Toten". Eine Person sei festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Enrique Carrillo am Samstag vor Journalisten. Dabei handele es sich um einen Mann. Weitere Einzelheiten zur Person des Täters wurden vorerst nicht bekannt.

"Wir haben zwischen 15 und 20 Opfer, wir kennen nicht die Zahl der Toten", sagte Vize-Gouverneur Patrick. "Das ist eine Tragödie, ich stehe unter Schock", sagte Bürgermeister Margo dem Nachrichtensender CNN. Er bestätigte "mehrere Tote", nannte aber ebenfalls keine genaue Zahl. Margo hatte zunächst davon gesprochen, dass drei Personen festgenommen worden seien, das bestätigte die Polizei aber nicht. Der lokale TV-Sender KTSM 9 veröffentlichte von einer Überwachungskamera gemachte Bilder, die einen Mann mit Gewehr im Anschlag beim Betreten des Supermarkts zeigen soll. Dies hätten Sicherheitskräfte bestätigt, betonte der Sender.

Schüsse in El Paso: Zuerst an "sehr lautes Feuerwerk" gedacht

Der Angriff hatte am Samstagvormittag in der Nähe eines Supermarktes der Kette Walmart begonnen. Eine Frau, die zum Einkaufen kam, sagte auf Fox News, bei der Parkplatzsuche habe sie etwas wie "sehr lautes Feuerwerk" gehört. Als sie sich dann Richtung Ausfahrt gewandt habe, habe sie einen Mann in schwarzem T-Shirt und Hose mit Tarnmuster gesehen, der offenbar ein Gewehr getragen habe.

"Er nahm die Menschen ins Visier und schoss direkt auf sie", berichtete die Frau, deren Name nur mit Vanessa angegeben wurde. "Ich habe drei oder vier zu Boden fallen sehen." Ein anderer Augenzeuge berichtete auf Fox News, er habe auf dem Parkplatz Verletzten geholfen. "Leider haben wir einen Mann verloren."

Lage am Nachmittag unter Kontrolle

Gegen 11 Uhr Ortszeit (19 Uhr MESZ) hatte die Polizei von El Paso die Bevölkerung über die Schießerei in dem Einkaufszentrum Cielo Vista informiert. Sie rief die Menschen auf, sich vom Tatort fernzuhalten. Es gebe offenbar mehrere Schützen.

Der Vorfall löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Auch Rettungskräfte und Beamte der Bundesbehörde für die Kontrolle von Waffen, Sprengstoff, Tabak und Alkohol (ATF) eilten zum Tatort. Am Nachmittag schien die Lage unter Kontrolle zu sein. Die Polizei suchte das Gelände aber weiter ab, um sicherzugehen, dass sich dort kein Schütze mehr aufhielt.

Donald Trump: "Möge Gott mit Ihnen allen sein"

Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Donald Trump sei über den Fall informiert worden und stehe im Austausch darüber mit Justizminister Bill Barr und dem texanischen Gouverneur Greg Abbott. Dieser sprach von einem "hasserfüllten und sinnlosen Gewaltakt". Trump äußerte ebenfalls Betroffenheit: "Schreckliche Schießereien in El Paso", schrieb er auf Twitter. An die Betroffenen gerichtet fügte er hinzu: "Möge Gott mit Ihnen allen sein."

In den USA ereignen sich regelmäßig Schusswaffenangriffe. Am Dienstag waren bei einem solchen Vorfall in einem Walmart im Bundesstaat Mississippi zwei Menschen getötet und ein Polizist verletzt worden. Am Sonntag vergangener Woche hatte ein 19-Jähriger auf einem Gastro-Festival im kalifornischen Gilroy das Feuer eröffnet und drei Menschen, darunter einen sechsjährigen Jungen, getötet.

Nach besonders schweren Gewalttaten wird in den Vereinigten Staaten immer wieder über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert. Präsident Trump lehnt dies ab.

dho / Joel Angel Juarez / AFP / DPA