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Elf Jahre nach Tanker-Unglück Gericht spricht Kapitän der "Prestige" frei


Der Untergang des Öltankers "Prestige" löste 2002 die schwerste Umweltkatastrophe in Spaniens Geschichte aus. Ein Gericht sprach den Kapitän nun frei, trotzdem muss er in Haft.

Im Prozess um den Untergang des Öltankers "Prestige" vor der Nordwestküste Spaniens hat ein Gericht die drei Angeklagten weitgehend freigesprochen. Niemand sei für die Katastrophe vor elf Jahren strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen, entschied das Landgericht in der Hafenstadt La Coruña am Mittwoch. Es stehe nicht fest, was das Unglück genau ausgelöst habe, sagte der Vorsitzende Richter.

Elf Jahre nach der schwersten Tanker-Katastrophe in der Geschichte Spaniens sprach das Gericht damit den griechische Kapitän von jeglicher Schuld an dem Unglück frei. Zudem entlastete es auch den Maschinisten der "Prestige" sowie einen staatlichen Vertreter. Allerdings verhängte es eine Haftstrafe von neun Monaten gegen den Kapitän wegen Befehlsverweigerung. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Kapitän und den Maschinisten sowie den damaligen Chef der spanischen Hafenbehörde Haftstrafen zwischen fünf und zwölf Jahren verlangt.

Kapitän verweigerte Abschleppen

Durch das Unglück im November 2002 waren mindestens 50.000 Tonnen Schweröl in den Atlantik geströmt und hatten die Küsten Spaniens, Frankreichs und Portugals über mehr als 1700 Kilometer verseucht. Die "Prestige" war am 13. November leck geschlagen und sechs Tage später gesunken. Die spanischen Behörden hatten nach den ersten SOS-Signalen das Schiff möglichst weit weg von der spanischen Küste beordert. Das Abschleppen seines Schiffes hatte der heute 78-jährigen Kapitän Apostolos Mangouras, der einen Hafen anlaufen wollte, zunächst verweigert.

Der spanischen Regierung war nach dem Unglück vorgeworfen worden, sie habe mit ihrer umstrittenen Entscheidung die Auswirkungen der Ölpest womöglich noch vergrößert. Als einziger staatlicher Vertreter war in La Coruña der damalige Chef der spanischen Handelsmarine, José Luis Lopez-Sors, angeklagt. Ebenfalls angeklagt war ein aus den Philippinen stammender, aber bis heute flüchtiger Offizier der "Prestige".

Das Unglück löste die größte Umweltkatastrophe in der spanischen Geschichte aus. Damals verendeten zehntausende Seevögel an den Küsten, obwohl mehr als 300.000 Freiwillige aus ganz Europa gegen die Ölpest kämpften. Die Fischerei musste zeitweise eingestellt werden. Der Gesamtschaden wird auf vier Milliarden Euro geschätzt.


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