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Mord an zwei Frauen: Ist in der Region Freiburg ein Serienmörder unterwegs?

Innerhalb eines Monats werden zwei junge Frauen in Freiburg und Umgebung getötet. Beide wurden Opfer eines Sexualverbrechens. Die Ermittler stehen unter enormem Druck - eine weitere Tat ist nicht auszuschließen.

Carolin G. aus Endingen wurde Opfer einer Sexualstraftat. Die 27-Jährige war vom Joggen nicht zurückgekehrt.

Carolin G. aus Endingen wurde Opfer einer Sexualstraftat. Die 27-Jährige war vom Joggen nicht zurückgekehrt.

Tagelang suchten Feuerwehr, Polizei und Helfer des Roten Kreuzes nach Carolin G. aus Endingen in Baden-Württemberg. Die 27 Jahre alte Frau war am Sonntagnachmittag zu einer Joggingrunde aufgebrochen, wollte nach einer Stunde wieder zu Hause sein. Doch sie kam nicht zurück. Ihre Angehörigen meldeten sie anschließend vermisst. Die Helfer durchkämmten die gesamte Umgebung mit Suchhunden, Drohnen, einem Polizeihubschrauber. Keine Spur von Carolin G.

Doch je länger die junge Frau verschwunden blieb, desto größer wurden die Zweifel, sie lebend zu finden. Am Donnerstag wurde schließlich die Leiche einer Frau in einem Waldstück nahe Endingen gefunden. Kurz darauf die traurige Gewissheit: Es handelte sich um die 27-Jährige.


Endingen und Freiburg: Die Menschen haben Angst

Bei einer Pressekonferenz gingen die Ermittler nun mit Einzelheiten zum Tod der Frau an die Öffentlichkeit. Carolin G. wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sie wurde vergewaltigt und ermordet. Polizisten fanden ihre Leiche in einem kleinen Waldstück in den Weinbergen des Ortes. Die tote Frau lag abseits eines Fußweges in unwegsamem Gelände. Wie sie getötet wurde, wollten die Ermittler nicht sagen. 

Man prüfe den Zusammenhang zu einem ähnlichen Delikt aus dem Oktober, sagte Peter Egetemaier, Leiter der Freiburger Kriminalpolizei. Und: Die Beunruhigung in der Bevölkerung sei nachvollziehbar.

Es stimmt, in der Region herrscht seit Wochen großes Unbehagen - und das ist mit dem Mordfall Carolin G. nun noch verstärkt worden. Innerhalb eines Monats wurden in Freiburg und Umgebung zwei junge Frauen getötet, beide Opfer eines Sexualverbrechens. Gibt es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen den Taten?

Opfer aus Freiburg wurde tot in der Dreisam gefunden

Über den Fall aus dem Oktober sind bereits einige Details bekannt. Es handelte sich um die 19 Jahre alte Medizinstudentin Maria L. In der Nacht auf den 16. Oktober besuchte sie eine Uniparty in Freiburg, radelte nachts anschließend an der Dreisam in Richtung ihrer Wohnung. Am nächsten Morgen wurde ihr lebloser Körper im Fluss gefunden.

Maria L. wurde Opfer eines Sexualverbrechens und starb durch Ertrinken, das wissen die Ermittler inzwischen. Ob der Täter sie gezielt ertränkte, weiß man nicht. Die Polizei konnte am Körper der 19-Jährigen männliche DNA sichern, doch wem die Spuren gehören, ist unklar. 

Möglicherweise hat der Täter auch Carolin G. auf dem Gewissen. Das prüfen die Ermittler nun. Die Polizei arbeite mit mehr als 80 Beamten daran, die beiden ungelösten Fälle aufzuklären, hieß es von den Ermittlern. Sie appellierten bereits an die Bevölkerung, sich mit möglichen Hinweisen an die Polizei zu wenden.

Die Ermittler stehen unter enormem Druck. Denn ob es verschiedene Täter sind oder ob es derselbe ist: Eine weitere Tat ist nicht auszuschließen. 

kis