HOME

Perfide Abmachung: Frau steigt aus Pakt aus – und lässt Mann Suizid begehen

Wenn du dich umbringst, bringe ich mich auch um – so lautete der perfide Pakt zwischen einer 44-Jährigen und ihrem Opfer. Denn den tödlichen Deal einzuhalten, war offenbar nie ihr Plan. Nun wurde die Frau verurteilt.

In einer Jacke mit Tierprint wird die Frau zum Gericht geführt

Die Angeklagte Natasha G. auf dem Weg zum Gericht in Leicester (England)

Picture Alliance

"Gib mir eine Umarmung, Mom. Morgen bin ich wieder zurück", seien die letzten Worte von Matthew B. gewesen. Margaret B., seine Mutter, rang während ihres Statements vor Gericht in Leicester (Großbritannien) mit den Tränen. Denn Matthew kam nicht zurück. Der 31-Jährige nahm sich das Leben. "Er war alles für uns und hat eine Lücke hinterlassen, die niemand füllen kann.".

Dafür verantworten musste sich die 44-jährige Natasha G. Die ehemalige Poledancerin wurde vergangenen Freitag zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt, wie unter anderem der "Guardian" berichtet. Sie soll Matthew zum Suizid angestiftet haben. 

Die perfide "Suizid-Partnerschaft"

Demnach soll Natasha G., das Gericht beschreibt sie als "enthusiastischen Anwalt" für Suizide, einen Pakt mit Matthew B. geschlossen haben. Der makabere Deal: Wenn du dich umbringst, bringe ich mich auch um. Allerdings war es offenbar nie ihr Anliegen, die tödliche Abmachung auch einzuhalten.

Wie die BBC berichtet, hatten sich Matthew B. und Natasha G. in einem Internet-Forum kennengelernt. Dort hätten sie ihre "Suizid-Partnerschaft" vereinbart. Sie tauschten Nachrichten aus und reisten am 17. Dezember 2015 gemeinsam zu einem Reservoir. Nur Natasha G. sollte es auch wieder lebend verlassen.

Demnach wurde die Verurteilte von der Polizei gefasst, nachdem Matthew B. tot in seinem Fiat Punto aufgefunden worden war. Er war an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Wie ein Beamter der BBC schilderte, habe die 44-Jährige 60 britische Pfund von ihrem "Suizid-Partner" für den Heimweg erhalten. Mit der Bitte, "nicht ihre Meinung zu ändern". Doch das hat sie getan. Und mehr: Wie der "Guardian" schreibt, habe Natasha G. bereits nach weiteren Bündnispartnern für ihr grausiges Vorhaben gesucht. 

Verurteilte weist Schuld von sich

Die depressive Natasha G. wies vor Gericht jede Verantwortung von sich. "Das war eine ernste Angelegenheit", insistierte die Richterin, "weil sich Matthew B. das Leben aufgrund von Ihrer Ermutigung genommen hat." Natasha G. habe das Opfer in die Irre geführt, weil sie es glauben ließ, dass "Sie fest und entschlossen waren, mit ihm Suizid zu begehen." Laut einem Strafverfolger, den der "Guardian" zitiert, habe Matthew B. schon lange das Verlangen gehabt, Suizid zu begehen. Seine Mutter erzählte vor Gericht, dass Matthew, normalerweise "ein Mann voller Liebe, Spaß und Intelligenz", düstere Momente gehabt habe. "Und das große Unglück hatte, jemanden zu treffen, der ihm schaden wollte – als er eigentlich Freundlichkeit und Unterstützung gebraucht hätte."

Als das Urteil verlesen wurde, habe die Angeklagte keinerlei Emotionen gezeigt.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 11.

fs