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England Mann rammte Motorraddiebe mit Auto und tötete einen von ihnen – nun muss er zehn Jahre in Haft

Dieses Foto von der Unfallstelle veröffentlichte die Polizei. Einer der beiden Diebe prallte gegen den Laternenpfahl und starb
Dieses Foto von der Unfallstelle veröffentlichte die Polizei. Einer der beiden Diebe prallte gegen den Laternenpfahl und starb.
© Northumbria Police
Ein Fall von Selbstjustiz in England ist mit einer Haftstrafe wegen Totschlages zu Ende gegangen. Ein Mann hatte die Diebe seines Motorrades mit dem Auto durch die Stadt gejagt und von der Straße gerammt, einer der Verbrecher starb.

Ein Mann ist in England zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er zwei Motorraddiebe mit seinem Auto von der Straße gerammt hat und verletzt liegen ließ. Einer davon starb. Der 32-Jährige wurde wegen Totschlags verurteilt, nachdem er zunächst wegen Mordes angeklagt gewesen war. Das teilt die Polizei von Northumbria im englischen Newcastle mit.

Am 5. Mai hatten demnach zwei Diebe das Motorrad des Mannes von dessen Grundstück gestohlen, woraufhin sich dieser in seinen Vauxhall Vectra (Opel Vectra auf dem deutschen Markt) setzte und die beiden durch Newcastle jagte. Mehrere Überwachungskameras in der Stadt fingen ein, wie er mit hoher Geschwindigkeit dem Motorrad hinterherfuhr, und dabei sogar falschherum durch Kreisverkehre raste. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er die beiden schließlich mit seinem Fahrzeug rammte und schwer verletzt liegenließ, ohne die Polizei oder Rettungskräfte zu alarmieren. Der Beifahrer wurde bei der Kollision gegen einen Laternenpfahl geschleudert und starb noch an der Unfallstelle. Der andere kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus und überlebte.

Verurteilte bestritt zunächst die Kollision

Der 32-Jährige wurde wenige Stunden später Zuhause festgenommen. Zunächst gab er lediglich zu, die beiden Männer in seinem Auto verfolgt zu haben, behauptete aber sie hätten die Kontrolle über das Motorrad verloren.

Vergangenen Monat sprach ihn eine Jury in Newcastle vom schwereren Vorwurf des Mordes frei, nun bekannte er sich des Totschlages schuldig. Ebenfalls hatte er eingestanden, die Verletzungen des anderen Diebes durch "gefährliches Fahren" verursacht zu haben. Dafür war er bereits zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Ob die Strafen nacheinander oder parallel laufen, geht aus den Mitteilungen nicht hervor. 

Polizei bittet um mehr Respekt in den Kommentarspalten

Ermittler Joanne Brooks von der örtlichen Polizei sagte, es gebe "keinen Zweifel", dass der Verurteilte "die Kontrolle über seine Emotionen" verloren habe und das Gesetz in seine eigenen Hände habe nehmen wollen. "Die Aufnahmen zeigen, wie blind vor Wut der Mann an diesem Morgen agierte und er letztlich den Tod eines Menschen" verursacht habe.

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Auf Facebook baten die Beamten unter dem Posting zu dem Fall die Kommentierenden um mehr Respekt für die Familie des Todesopfers: "Unabhängig von den Umständen" hätten diese "einen geliebten Menschen verloren". Auch wenn dieser das Gesetz gebrochen habe, so habe er "den Tod nicht verdient gehabt". 

Quellen:Northumbria Police / BBC / Sky News

fin

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