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Gerichtsurteil in England Mutter kippte heißes Wasser über kleine Tochter und ließ sie qualvoll sterben

Die 26-Jährige bestreitet die Tat, ihre Version des Geschehens wurde aber von mehreren Experten widerlegt 
Die 26-Jährige bestreitet die Tat, ihre Version des Geschehens wurde aber von mehreren Experten widerlegt 
© Polizei Nottinghamshire
Eine junge Mutter hat in England ihr 19 Monate altes Kind mit heißen Wasser überkippt und danach nach Überzeugung des Gerichts mindestens eine Stunde lang qualvoll sterben lassen. Dafür wurde sie nun verurteilt.

In England ist eine 26-jährige Frau zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie ihre 19 Monate alte Tochter ermordet hatte. Das teilte die ermittelnde Polizei von Nottinghamshire mit. Die Mutter übergoss ihr Kind demnach am 6. März in der heimischen Wohnung mit heißen Wasser und verbrühte das Kind so.

Zwei Drittel der Haut des Mädchens wiesen später Verbrennungen auf. Dennoch seien die Verletzungen nicht sofort tödlich gewesen. Nach Überzeugung von vor Gericht gehörten Experten hätte das Kind gerettet werden können, wenn man ihm schnell medizinische Hilfe hätte zukommen lassen. Die Frau habe das Mädchen aber nach Überzeugung des Gerichts mindestens eine Stunde zum Sterben alleine gelassen, ehe sie Hilfe alarmierte.

Die Mutter bestreitet die Tat und behauptet, sie habe einen Eimer mit heißem Putzwasser im Badezimmer stehen lassen und später das Kind dort schwer verletzt vorgefunden. Das Mädchen namens Gracie habe den Eimer selbst umgestoßen, so die Mutter. Doch die Ermittler, Ärzte und Gutachter widerlegten diesen angeblichen Hergang vor Gericht.

Experten: Kind schrie mindestens eine Stunde vor Schmerz

Die Schwere der Verletzungen des Mädchens passe nicht zu dieser Version. Zudem hätten die Verbrennungen zu starken Schmerzen geführt, weswegen Gracie laut geschrien haben müsse, führte der Richter laut BBC aus. Ihr Todeskampf habe mindestens eine Stunde gedauert. Dass dies unbemerkt von der Mutter in der selben Wohnung geschehen sein soll, sei unrealistisch. Die Polizei teilte zudem mit, dass man kaum Wasser im Badezimmer vorgefunden hätte, in dem angeblich ein kompletter Eimer von dem Kind umgeworfen worden sein soll. 

Nach Überzeugung der Ermittler hat die Frau nach der Tat zunächst ihre Spuren in der Wohnung verwischt. Erst deutliche Zeit nach den Verbrühungen habe sie mit dem leblosen Kind im Arm bei ihren im Nachbarhaus lebenden Eltern geklingelt. Die wiederum alarmierten die Rettungskräfte, das Kind wurde kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus für Tod erklärt.

Mutter hatte am Tattag Kokain genommen

Eine Blutuntersuchung der Mutter ergab, dass sie am Tag des Verbrechens Kokain genommen hatte. Allerdings konnte nicht restlos sicher geklärt werden, ob sie dies vor oder nach der Tat getan habe.

"Dieser Fall hat uns alle sehr mitgenommen", wird Ermittler Rob Routledge in der Meldung zitiert. Zwar werde nichts das kleine Mädchen zurückbringen oder die Schmerzen ihrer Familie lindern, "aber wenigstens hat unsere akribische Polizeiarbeit und Beweisfindung zu Gerechtigkeit für Gracie geführt."

Mindestens 21 Jahre der lebenslangen Freiheitsstrafe wird die 26-Jährige verpflichtend im Gefängnis verbringen.

Quellen:  Nottinghamshire Police / BBC / "Nottinham Post"

fin

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