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Entführung im Jemen: Stammeskämpfer verschleppen Schweizer Rot-Kreuz-Mitarbeiter

Er war mit zwei einheimischen Rot-Kreuz-Kollegen in der jemenitischen Stadt Dschaar im Auto unterwegs. Dann griffen bewaffnete Stammeskämpfer die Gruppe an und entführten den Schweizer.

Bewaffnete Stammesangehörige haben im Jemen einen Schweizer Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) entführt. Wie ein Anführer der regierungstreuen Volkswiderstands-Miliz am Montag sagte, wurde der IKRK-Mitarbeiter in der Stadt Dschaar in der Provinz Abjan von Angehörigen des Al-Marakischa-Stammes verschleppt. Laut Augenzeugen stoppten die Entführer demnach das Fahrzeug, in dem der Mann saß, und brachten ihn an einen unbekannten Ort. Seine beiden jemenitischen Mitarbeiter seien geschlagen worden, als sie versucht hätten, die Entführung zu verhindern. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA berichtet, seien bereits Verhandlungen über die Freilassung des Mannes im Gange. Die Entführer hätten allerdings noch keine Forderungen gestellt.

Bereits in der vergangen Woche waren zwei indische IKRK-Mitarbeiter vorübergehend in der Gewalt desselben Stammes gewesen. In den vergangenen 15 Jahren wurden im Jemen Hunderte Menschen entführt. Meist nehmen Stammesmitglieder ausländische Geiseln als Faustpfand im Konflikt mit der Zentralregierung.

Im Februar war eine Schweizer Lehrerin nach fast einjähriger Gefangenschaft im Westen des Jemen freigelassen worden. Katar hatte erfolgreich mit den Stammeskämpfern verhandeln können. Diese hatten zuvor die Freilassung von inhaftierten Angehörigen gefordert.

kgi/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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