Entführung in Heidenheim Blut im Wald stammt nicht von Bankiersfrau


Mehr als 600 Hinweise hat die Polizei bereits erhalten, doch noch immer gibt es keine heiße Spur im Fall der entführten Bankiersgattin Maria Bögerl. Nun setzen die Ermittler ihre Hoffnungen auf die Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst". Eine Blutspur erwies sich derweil als falsche Fährte.

Bei der Suche nach der entführten Bankiersfrau aus Heidenheim hat sich erneut eine Spur zerschlagen: Das Blut, das Spürhunde im Wald entdeckt hatten, stammt vermutlich nicht von einem Menschen, sondern von einem Rehbock.

Die Polizei weitete ihre Suche nach Maria Bögerl am Dienstag auf weitere Waldgebiete aus. Anschließend würden sie sich auf Kleingärten, Jagdhütten und ähnliche mögliche Verstecke konzentrieren, die sie "zielgerichtet" kontrollieren würden, sagte ein Sprecher. Die Belohnung für Hinweise zur Aufklärung des Falls wurde auf 100.000 Euro verdoppelt. Die eine Hälfte lobte der Ehemann der Entführten privat aus, die andere Hälfte die Sparkasse Heidenheim, deren Vorstand Thomas Bögerl ist. Seit der Entführung der 54-Jährigen am vergangenen Mittwoch sind bei der Polizei mehr als 600 Hinweise eingegangen.

Die Blutspur war am Montag von Hunden in dem Waldgebiet entdeckt worden, das die Polizei seit Tagen durchkämmt. Nun scheint festzustehen: Ein Jäger hatte den Rehbock im Wald geschossen und dort abgelegt. Danach habe er seinen Wagen geholt und das Tier über den Waldweg gezogen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Um ganz sicher zu gehen, soll das Blut weiter untersucht werden.

Ermittler hoffen auf Hinweise durch TV-Sendung

An diesem Mittwoch soll der Fall in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" gezeigt werden. Der Ehemann der Entführten wendet sich in dem Beitrag direkt an die Entführer, auch die Kriminalpolizei von Heidenheim kommt zu Wort. Außerdem erhofft sich die Polizei von der Sendung Hinweise über die Herkunft der Deutschlandflagge, die zur Markierung bei der geplanten, aber gescheiterten Geldübergabe verwendet worden war.

Die Polizei sucht weiterhin nach einem Hausierer, der sich am Tag des Verschwindens der Frau in der Nähe des Wohnorts aufgehalten und dort Blindenwaren verkauft haben soll.

Die entführte Frau des Sparkassendirektors ist nach Einschätzung der Ermittler inzwischen in einer lebensbedrohlichen Lage. Entweder sei sie schon die ganze Zeit in der Gewalt eines Entführers, der sich nicht mehr melde, "oder sie ist in einer hilflosen Lage und kann sich nicht selbst versorgen", sagte ein Polizeisprecher.

Maria Bögerl war nach den Ermittlungen der Polizei am Mittwochmorgen aus dem Wohnhaus in Heidenheim-Schnaitheim entführt worden. Der Entführer hatte am gleichen Tag gegen 11.20 Uhr angerufen und ein hohes Lösegeld gefordert. Er ließ auch die Entführte kurz etwas sagen. Sie konnte ihrem Mann nur kurz mitteilen, dass der Täter sie mit dem Tod bedroht habe. Der Bankier deponierte wie vom Täter verlangt Geld neben der A7, das jedoch nicht abgeholt wurde.

DPA/APN DPA

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