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Entführung in Kano: Deutscher Mitarbeiter einer Baufirma in Nigeria verschleppt

Der Norden Nigerias leidet seit Wochen unter Gewalt und Terroranschlägen: Jetzt ist in der Millionenstadt Kano ein Deutscher entführt worden. Der Ingenieur arbeitete bei einer Baufirma.

In Nigeria ist möglicherweise ein Deutscher verschleppt worden. Das Auswärtige Amt gehe zurzeit Hinweisen auf die Entführung eines deutschen Staatsbürgers nach, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Donnerstag in Berlin. Ein Sprecher des Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger Berger teilte am Abend mit, es gebe Hinweise, dass es sich um einen nach Nigeria entsandten Mitarbeiter handeln könnte. Man stehe mit den Behörden in Kontakt.

Der Konzernsprecher bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des "Mannheimer Morgens". Das Auswärtige Amt erklärte, Ministerium und Botschaft arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falles. Man sei "mit allen relevanten Stellen" im Kontakt.

Nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN wurde der Mann in der jüngst von Terroranschlägen erschütterten Millionenstadt Kano im Norden des Landes verschleppt. Es gebe bislang aber noch keine Hinweise darauf, ob die Entführung auf das Konto von Kriminellen oder der radikalislamischen Sekte Boko Haram gehe, wurde ein örtlicher Polizeisprecher zitiert. Bei Anschlägen der Sekte waren am vergangenen Wochenende mehr als 190 Menschen getötet und viele andere verletzt worden.

Bereits mehrere Bilfinger-Mitarbeiter in Nigeria entführt

Laut "Mannheimer Morgen" wurden schon in der Vergangenheit mehrere Bilfinger-Mitarbeiter in Nigeria entführt, zwischen 2005 und 2008 habe es allein vier Fälle gegeben. Alle seien unversehrt wieder freigelassen worden. Über den Ablauf der Freilassungen seien stets keine Angaben gemacht worden.

Der Norden Nigerias ist seit Wochen von Gewalt geprägt. Am Freitag vergangener Woche hatte es in der Millionenstadt Kano eine schwere Serie von Angriffen gegeben. Bei den Anschlägen mit Bombenexplosionen und Feuergefechten wurden mindestens 185 Menschen getötet, darunter dutzende Polizisten. Zu den Gewalttaten bekannte sich die Islamistengruppe Boko Haram.

mad/kave/DPA / DPA