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Entführung von Maria Bögerl: "Kriminalistische Kleinarbeit" ohne neue Spur

Rund zwei Wochen nach der Entführung der Bankiersfrau Maria Bögerl aus Heidenheim tritt die Polizei weiter auf der Stelle.

Rund zwei Wochen nach der Entführung der Bankiersfrau Maria Bögerl aus Heidenheim tritt die Polizei weiter auf der Stelle. "Wir arbeiten mit Hochdruck die rund 1660 Hinweise aus der Bevölkerung ab", sagte ein Polizei-Sprecher am Montag und sprach von "kriminalistischer Kleinarbeit". Rund die Hälfte der Hinweise beziehe sich allerdings auf Spuren, die schon abgearbeitet wurden oder werden. Am Wochenende war zudem erfolglos ein Waldstück bei Neresheim in Württemberg durchsucht worden, nachdem Spaziergänger dort nicht näher bestimmbare Klopfgeräusche gehört hatten.

Inzwischen hat die Sonderkommission "Flagge" mit 80 Beamten insgesamt 1.660 Hinweise erhalten. Über das Pfingstwochenende gingen die Meldungen jedoch erstmals merkbar zurück. Dabei hatten die Ermittler gehofft, dass der oder die Täter ein Wochenend-Grundstück aufgesucht hatten und dort Spuren hinterlassen haben könnten.

Bisher hat die Soko 790 der Hinweise als Spuren eingeschätzt. Weitergekommen ist sie durch die Überprüfung aber noch nicht. Einige erfolgversprechende Spuren zum Aufenthaltsort der Entführten oder ihrem A-Klasse-Mercedes erwiesen sich als nicht tatrelevant.

Die Ermittler haben offenbar Probleme, von einem Telekommunikationsunternehmen die Telefonverbindungsdaten zu erhalten. Der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll sagte am Wochenende bei den "Karlsruher Verfassungsgesprächen", das Unternehmen habe sich eine Woche Zeit lassen wollen, bis es die von der Staatsanwaltschaft angeforderten Verbindungsdaten liefere.

Die 54-jährige Maria Bögerl war am 12. Mai aus dem Haus der Familie in ihrem eigenen Auto entführt worden. Kurz danach hatte sich der Entführer beim Ehemann des Opfers gemeldet und 300.000 Euro Lösegeld gefordert. Der Bankier legte das Geld dann zwar wie gefordert an einem mit einer Deutschland-Flagge markierten Platz an der A 7 ab. Doch das Lösegeld wurde nicht abgeholt. Seither gab es keinen Kontakt und auch kein Lebenszeichen mehr von der Frau.

APN/AFP