Entführungsdrama Deutschen Geiseln geht es gut


Die in Ägypten verschleppten ausländischen Touristen, darunter auch fünf Deutsche, sind wohlauf. Das bestätigte ein Sprecher des sudanesischen Außenministeriums. Demnach gibt es inzwischen einen direkten Kontakt zwischen Deutschland und den Entführern. Auch die Identität der Geiseln ist geklärt.

Die vor fünf Tagen in der Sahara verschleppten europäischen Touristen befinden sich nach sudanesischen Angaben in guter Verfassung. "Wir haben heute frische Nachrichten, dass sie alle wohlauf sind", sagte der Protokollchef des Außenministeriums, Ali Jussef Ahmed, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir sind uns heute zu 100 Prozent sicher, dass sie in Ordnung sind." Unter den Geiseln sind fünf Deutsche, fünf Italiener, eine Rumänin sowie acht ägyptische Begleiter.

Den Angaben des Protokollchefs zufolge besteht ein direkter Kontakt zwischen Deutschland und den Entführern. Alle Beteiligten seien sich einig, dass es zum Schutz der Geiseln vorerst keinen Militäreinsatz gebe, sagte Ahmed weiter. In ägyptischen Sicherheitskreisen hieß es, die Geiselnehmer forderten sechs Millionen Euro Lösegeld.

Die Entführer werden den Worten Ahmeds zufolge "aus sicherer Distanz" von sudanesischen und ägyptischen Sicherheitskräften beobachtet. "Wir wissen, was sie tun", sagte Ahmed. "Es ist sehr wichtig zu verhindern, dass diese Terroristen aus Angst vor einem Angriff heraus handeln." Ägyptischen Angaben zufolge haben die Geiselnehmer mit der Tötung der Gruppe gedroht. Die Herkunft der Täter ist nach den Worten des sudanesischen Vertreters nach wie vor unklar.

Identität der Geiseln ist geklärt

Dafür ist die Identität der fünf verschleppten Deutschen weitgehend geklärt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP aus Sicherheitskreisen soll es sich bei den beiden Geiseln aus Baden-Württemberg um eine 69-jährige Frau aus Mannheim sowie einen 37-jährigen Mann handeln. Der Herkunftsort des Mannes war zunächst unklar. Er soll sich mit seiner Frau aus Rumänien unter den Entführten befinden. Das Außenministerium sowie das baden-württembergische Innenministerium wollten sich dazu nicht äußern.

Laut "Bild"-Zeitung handelt es sich bei den weiteren deutschen Geiseln um ein Paar aus Kassel im Alter von 57 und 60 Jahren sowie einen 65 Jahre alten Mann aus Berlin. Bei der Rumänin handelt es nach Berichten rumänischer Medien offenbar um eine 33 Jahre alte Frau, die vor vier Jahren nach Deutschland gezogen sei und in Freiburg an der Universität gearbeitet habe.

Die Touristen wurden am Freitag während einer Wüstensafari zwischen der ägyptischen Oase Dachla und der Hochebene Gilf al-Kabir von vier oder fünf maskierten Männern verschleppt und über die nahe Grenze in den Sudan gebracht. Das Lager liegt in Grenznähe beim Dschebel Oweinat, der mit 1900 Metern höchsten Erhebung in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern. Die Gegend ist wegen ihrer prähistorischen Malereien in Höhlen und an Bergwänden bei Touristen beliebt.

DPA/Reuters DPA Reuters

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