Entführungsfall Maria Bögerl Polizei findet Frauenleiche bei Heidenheim


Noch ist völlig unklar, um wen es sich handelt, doch eine furchtbare Ahnung tut sich auf: Die Polizei hat unweit des Wohnortes von Maria Bögerl eine Frauenleiche entdeckt. In der Nähe ist auch die Stelle, an der das Handy der entführten Bankiersfrau lag.

In der Nähe des schwäbischen Heidenheims, dem Wohnort der entführten Bankiersfrau Maria Bögerl, ist eine Frauenleiche entdeckt worden. Spekulationen, dass es sich dabei um die seit mehr als drei Wochen Vermisste handelt, wollten die Ermittler nicht bestätigen. Der Leichnam sollte am Freitagmorgen obduziert werden. Das Ergebnis werde möglicherweise bei einer Pressekonferenz am Nachmittag vorgestellt, sagte ein Polizeisprecher.

Ein Spaziergänger mit Hund hatte die Leiche am Donnerstagabend an einem Waldrand zwischen den Ortschaften Nietheim und Niesitz entdeckt. Der Körper war mit Ästen abgedeckt. Mit der Nennung des Fundortes bestätigte die Polizei einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung, weitere Details wurden nicht bekanntgegeben.

Nahe der Fundstelle, rund zehn Kilometer vom Wohnhaus der Familie Bögerl entfernt, hatte die Polizei zuvor auch das Handy der Vermissten entdeckt. Nicht weit entfernt war auch die Übergabe des Lösegeldes an den Entführer gescheitert.

Letztes Lebenszeichen von Mitte Mai

Maria Bögerl war am 12. Mai aus dem Haus der Familie in ihrem Auto verschleppt worden. Wenig später rief ein Erpresser den Ehemann an und forderte Geld. Bei dieser Gelegenheit konnte die 54-Jährige ihren Mann kurz sprechen und berichtete, sie sei in Lebensgefahr. Das geforderte Lösegeld in Höhe von 300.000 Euro wurde neben der Autobahn 7 hinterlegt, aber nicht abgeholt. Seitdem ist der Kontakt zu dem Entführer abgebrochen.

Die Polizei durchkämmte daraufhin die Wälder rund um Bögerls Wohnort. Auch das Gebiet zwischen Nietheim und Schnaitheim, in dem die Frauenleiche jetzt gefunden wurde, durchsuchten die Polizisten. Dabei fanden sie das Handy der Entführten. Außerdem wurden Blutspuren der Bankiersfrau auf dem Beifahrersitz ihres Autos nachgewiesen.

Verzweifelter Appel in TV-Sendung

Die Familie der Vermissten wendete sich nach der Entführung in der ZDF- Sendung "Aktenzeichen XY" in einem verzweifelten Appell an die Täter. "Wir flehen sie an, die für uns alle so qualvolle Situation positiv zu beenden", sagte der Sohn.

Bei der Polizei gingen bisher insgesamt gut 1800 Hinweise aus der Bevölkerung ein, aus denen mehr als 1000 Spuren hervorgingen. Nahezu 800 davon sind von den Ermittlerteams der Sonderkommission bisher bearbeitet worden. Eine heiße Spur gibt es nicht. Für Hinweise, die zur Freilassung Bögerls führen, ist eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt.

mad/DPA DPA

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