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Enthauptung auf Teneriffa Getötete Britin war wohl Zufallsopfer


Enthauptung auf Teneriffa: Die spanische Polizei geht davon aus, dass die getötete Britin willkürlich das Opfer eines Irren wurde. Die spanische Urlaubsinsel fürchtet jetzt, dass ihr Ruf leidet.

Blanker Horror im Urlaubsparadies: In einem Badeort auf Teneriffa hat ein offenbar geistesgestörter Mann eine Britin in einem Supermarkt angegriffen und enthauptet. Der 28-jährige Bulgare attackierte die 60-Jährige mit einem Messer, trennte ihr den Kopf ab und rannte mit dem Kopf in der Hand aus dem Geschäft, wie ein Polizeisprecher am Freitag berichtete. Der Angreifer wurde überwältigt und festgenommen.

Laut Polizei ereignete sich der Angriff in einem chinesischen Supermarkt im Badeort Los Cristianos im Süden der Insel. Der Angreifer habe sein Opfer offenbar völlig willkürlich ausgesucht. Ortsbürgermeister José Alberto González Reverón sagte vor Journalisten, die Aufzeichnungen der Überwachungskamera zeigten, wie der Mann den Supermarkt betrat, sich ein Messer mittlerer Größe nahm und die Frau enthauptete. Der Täter habe vorher kein Wort mit seinem Opfer gewechselt. Dem Bürgermeister zufolge lebte der Mann in einem "halb verlassenen" Haus und schrie häufig, er sei "Gott auf Erden".

Spanische Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise, der Angreifer sei zuvor bereits in der geschlossenen Psychiatrie behandelt worden, nachdem er einem Mann die Zähne ausgeschlagen habe. Erst im Februar sei er aus der Klinik entlassen worden.

"Ein Mann rannte mit etwas Blutigem in seiner Hand, hinter ihm ein Sicherheitsmann. Dann hat er es auf den Boden geworfen, und es hat mich beinahe getroffen", berichtete ein Augenzeuge namens Bernardo dem Radiosender Cadena Ser. "Was er in der Hand hatte, war ein Kopf."

Der Brite Colin Kirby sagte dem Online-Magazin tenerifemagazine.com, er sei zufällig in der Nähe gewesen, als sich der Vorfall ereignete. Er habe "einen heruntergekommenen Mann" gesehen, der "mit sich selbst redete und etwas trug, was ich für einen Scherzartikel-Kopf hielt", berichtete Kirby. Nach der Festnahme des Angreifers hätten die Sicherheitskräfte die umstehenden Menschen zurückhalten müssen, damit sie nicht auf den Mann losgingen. Kirby zitierte ein britisches Paar, das im Supermarkt Zeuge des Angriffs wurde: "Er kam einfach rein, zog ein großes Messer und begann auf sie einzustechen."

Die Kanareninsel Teneriffa gehört zu den wichtigsten spanischen Urlaubszielen. In Los Cristianos leben zahlreiche Briten dauerhaft. Die brutale Enthauptung machte am Samstag Schlagzeilen in den britischen Zeitungen: "Macheten-Horror auf Urlaubsinsel" titelte die "Sun", "Verrückter schneidet Britin Kopf ab", hieß es im "Daily Mirror". Eine Tochter des Opfers beschrieb die getötete 60-Jährige in einer Erklärung als Frau "voller Leben und mit einem großen Herzen". Die Großmutter von fünf Enkeln sei vor wenigen Jahren in Rente gegangen und zwischen ihrem Altersruhesitz in Teneriffa und ihren Töchtern in Frankreich und England hin- und hergereist.

AFP/DPA DPA

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