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Angriff auf Journalisten: Entsetzen in Italien - Mafioso prügelt vor laufender Kamera auf Reporter ein

Ein Reporter des italienischen Staatssenders Rai ist in Ostia unterwegs gewesen, um vor Ort wegen des hohen Wahlergebnisses für eine faschistische Partei Anwohner zu befragen. Als er an den Bruder eines Mafia-Bosses geriet, wurde es gewalttätig.

Italien

Entsetzen in Italien: Roberto Spada geht mit einem Knüppel auf den Rai-Reporter Daniel Piervincenzi los

Die Bilder haben in für Empörung gesorgt und die Italiener wieder mal daran erinnert, dass die Mafia Teile des Landes fest im Griff hat. Und das nicht nur auf Sizilien und in Neapel, sondern auch direkt vor den Toren der Hauptstadt Rom. Die TV-Aufnahmen, um die es geht, entstanden in Ostia, einem Vorort der Ewigen Stadt, der vor allem wegen seines Strandes bei den Römern beliebt ist.

Die Bilder zeigen, wie der "Rai"-Reporter Daniele Pievincenzi einen Mann namens Roberto Spada befragt, ein des lokalen Mafiabosses Carmine Spada. Plötzlich sprang Spada nach vorn, versetzte dem Journalisten einen Kopfstoß und brach ihm dabei die Nase. Danach holte der Angreifer einen Knüppel hervor, schlug zu und jagte Piervincenzi die Straße hinunter. "Er hat zugeschlagen, weil ich Fragen stellte", sagte der Journalist später. Am Samstag demonstrierten Dutzende Kollegen von Piervincenzi in Ostia für die Pressefreiheit und verurteilten den Vorfall scharf. 

Die Familie Spada unterstützt die Faschisten

Das Kamerateam hatte sich am Dienstag in den römischen Vorort begeben. Es arbeitete an einem Bericht über die Gemeinderatswahlen vom Sonntag. Die fanden statt, nachdem der Stadtrat vor zwei Jahren wegen Mafia-Infiltration aufgelöst worden und das Mandat der provisorisch eingesetzten Verwaltungskommissars abgelaufen war. Bei den Wahlen am Sonntag kam die faschistische Bewegung Casa Pound auf zehn Prozent. Die Journalisten wollten wissen, was zu diesem Ergebnis geführt hatte. Pievencenzi wollte von Spada wissen, ob es stimme, dass er und seine Familie ein Wahlempfehlung für Casa Pound abgegeben hatte.


Der Spada-Klan ist berüchtigt für seine Gewalttätigkeit. Sieben Mitglieder der Familie wurden im Oktober zu insgesamt 56 Jahren Haft verurteilt. Carmine Spada erhielt im vergangenen Jahr eine zehnjährige Gefängnisstrafe wegen Erpressung und Mafia-Zugehörigkeit.

Roberto Spada entschuldigt sich

Roberto Spada wurde nicht festgenommen. Die von ihm verursachten Wunden wurden als nicht schwerwiegend genug angesehen. Für den Angriff entschuldigte er sich auf Facebook. Zugleich warf er dem Journalisten vor, ihn in einem für Mitglieder reservierten Klub aufgesucht und seinen Sohn erschreckt zu haben.
Der italienische Regierungschef Paolo Gentiloni solidarisierte sich mit dem Opfer der "brutalen Attacke". Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung sagte, der Angriff sei nicht hinnehmbar. Die Justiz leitete Ermittlungen ein.

tis

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