Erfurt Bandidos-Mitglied soll wegen versuchten Mordes vor Gericht


Der Krieg der Rockerbanden Bandidos und Hells Angels beschäftigt jetzt auch ein Schwurgericht in Erfurt. Dort soll einem Bandidos-Mitglied der Prozess gemacht werden. Die Anklage lautet auf versuchten Mord.

Einem Mitglied der Rockerbande Bandidos soll vor dem Landgericht Erfurt wegen versuchten Mordes der Prozess gemacht werden. Insgesamt sind fünf Bandidos angeklagt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Die "Thüringer Allgemeine" berichtete, Auslöser der Ermittlungen seien Messerstechereien vor einer Diskothek und einer Spielhalle in Weimar gewesen. Ein Vorwurf ist auch die Bildung einer kriminellen Vereinigung, weshalb die Staatsanwaltschaft die Anklage zunächst beim Staatsschutzsenat des Landgerichts Gera eingereicht hatte. Das Gericht bewertete der Sprecherin zufolge die ihm zur Last gelegte Gewalttat aber nicht wie die Staatsanwaltschaft als schwere Körperverletzung, sondern als versuchten Mord. Deshalb wurde die Anklage an die für solche Delikte zuständige Schwurgerichtskammer in Erfurt weitergeleitet.

Gericht entscheidet über Annahme der Anklage

Das Erfurter Gericht habe noch nicht entschieden, ob es die Anklage annehme, bestätigte die Sprecherin. Bei einem der Angeklagten handelt es sich der Zeitung zufolge um den "Präsidenten" der Weimarer Bandidos.

Immer wieder sorgen Auseinandersetzungen zwischen Bandidos und den rivalisierenden Hells Angels für Aufsehen. Im Ruhrgebiet kam es Ende Oktober zu schweren Krawallen der verfeindeten Rocker. In einigen Bundesländern liefern sie sich seit geraumer Zeit einen regelrechten Bandenkrieg, bei dem immer wieder Mitglieder schwer verletzt werden oder sterben. Die Polizei geht bei den Rockerfehden davon aus, dass es sich um einen Kampf um Marktanteile im Rotlichtmilieu oder im Rauschgifthandel handelt.

DPA DPA

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