HOME

Erfurt: Schule wegen Amokdrohung geschlossen

Aus Angst vor einem Amoklauf bleibt eine Gesamtschule in Erfurt heute geschlossen. Die Polizei und die Stadt waren sich einig, dass die Drohung ernstgenommen werden muss. Die Schule wurde nach Sprengstoff untersucht, doch es wurde nichts gefunden.

Nach der Androhung eines Amoklaufs an einer Erfurter Gesamtschule hat die Polizei das Gebäude am Mittwochmorgen durchsucht. "Es wurden weder Sprengstoff noch andere verdächtige Gegenstände gefunden", sagte ein Polizeisprecher. Wegen der Drohung hatte das Kultusministerium zuvor die Integrierte Gesamtschule mit fast 800 Schülern vorsorglich geschlossen.

Bei der Suche setzte die Polizei auch Suchhunde ein. Sie war mit einem großen Aufgebot angetreten, nachdem eine E-Mail mit der Androhung eines Amoklaufs eingegangen war. "Der Inhalt der Mail war sehr von Gewalt geprägt", sagte der Polizeisprecher. Gleichzeitig versuche die Kriminalpolizei zu ermitteln, wer die Mail mit der Drohung abgeschickt habe.

Ob die knapp 800 Schüler am Donnerstag das Schulgelände wieder betreten dürften, sei noch unklar. Dies könne erst nach den Ermittlungen und in Absprache mit dem Innen- und Kultusministerium entschieden werden, so der Sprecher. Für die Schüler der Gesamtschule, besonders der Klassenstufen fünf bis acht, sei eine Betreuung in anderen Schulen der Thüringer Landeshauptstadt gesichert, teilte das Kultusministerium mit.

Bei einem Amoklauf im April 2002 am Erfurter Gutenberg-Gymnasium hatte der ehemalige Schüler Robert Steinhäuser in der Schule zwölf Lehrer, die Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten getötet und sich dann selbst gerichtet.

DPA/AP / AP / DPA