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Erfurt: Tiefkühl-Babys werden obduziert

Die beiden Säuglinge, die eine 35-jährige Erfurterin in die Tiefkühlfächer ihres Kühlschranks gepackt hatte, werden obduziert - um festzustellen, ob sie nach der Geburt noch lebten. Der 15-jährige Sohn der Frau hatte die beiden Baby-Leichen entdeckt.

Im Fall der in Erfurt entdeckten toten Babys soll eine weitere Obduktion am (heutigen) Montag Aufschlüsse über die genaue Todesursache bringen. Nach Angaben der Polizei steht bislang nur fest, dass eines der beiden Babys nach der Geburt noch kurz gelebt hat. Gegen die 35 Jahre alte Mutter wurde inzwischen Haftbefehl erlassen. Die Frau stehe unter dringendem Tatverdacht, sich des Totschlags schuldig gemacht zu haben, teilten die Beamten mit.

Umzug mit totem Säugling

Der 15-Jährige Sohn der Beschuldigten hatte die Leichen am Samstag im Tiefkühlschrank seiner Mutter gefunden. Die 35-Jährige hat gestanden, das Mädchen 2002 und den Jungen 2004 zur Welt gebracht, in eine Mülltüte gewickelt und ins unterste Fach ihres Gefrierschranks gelegt zu haben. Den Namen des Vaters wollte sie nicht preisgeben. Bislang ist unklar, ob die Kinder von einem oder verschiedenen Vätern stammen. Als Motiv für die Tat hat die Frau angegeben, dass die Kinder nicht in ihre berufliche Lebensplanung passten.

Das erste Kind sei in Klettbach, einem Vorort von Erfurt, auf die Welt gekommen, sagte der Leiter der Kriminalpolizei, Herbert Bauer. Kurz darauf sei die Frau mit dem toten Säugling nach Erfurt umgezogen und habe ihn dort erneut im Tiefkühlschrank aufbewahrt. Das zweite Kind kam in der Dachwohnung der gutbürgerlichen Siedlung im Erfurter Süden auf die Welt. Der Junge hat nach dem Ergebnis der Obduktion mindestens 30 Minuten lang gelebt. Auch seinen Leichnam habe die Frau in einen schwarzen Müllbeutel gesteckt und in das unterste Fach des Gefrierschranks gelegt. Ob das Mädchen nach der Geburt gelebt hat, stehe noch nicht fest.

DPA / DPA
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