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Ermittlungen gegen Waldorf-Lehrer: Bombenbau statt Eurythmie

Statt Eurythmie stand an einer Lübecker Waldorfschule offenbar das Basteln von Bomben auf dem Programm. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Lehrer, der mit seinen Schülern Rohrbomben gebaut und gezündet haben soll.

Die Lübecker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Lehrer einer privaten Waldorfschule wegen des Baus und der Zündung von zwei Rohrbomben im Beisein von Schülern. Der Pädagoge werde beschuldigt, die "unkonventionellen Sprengkörper" auf Schwarzpulverbasis in einem Heidegebiet vor Kindern zur Explosion gebracht zu haben, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der "Lübecker Nachrichten" vom selben Tag.

Die Fälle ereigneten sich dem Sprecher zufolge bereits 2010 und waren von der Mutter eines Schülers im Mai des vergangenen Jahres zur Anzeige gebracht worden. Seitdem laufen Ermittlungen wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Diese seien noch nicht abgeschlossen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der inzwischen von einem Anwalt vertretene Lehrer habe noch Zeit für eine abschließende Stellungnahme zu den Vorwürfen.

Bomben seien "aus Spaß" gebastelt worden

Dem Bericht der "Lübecker Zeitung" zufolge betonte die private Schule in einer schriftlichen Mitteilung, dass der beschuldigte Lehrer weiterhin das Vertrauen der Schulführung und der Eltern genieße. Die Mutter eines Schülers sagte dem Blatt, der Lehrer habe den Versuch "aus Spaß" unternommen, die Schulleitung habe Beschwerden von Eltern über den Vorgang "heruntergespielt".

Eine Sprecherin des für Schulaufsicht zuständigen schleswig-holsteinischen Bildungsministeriums erklärte, der Fall werde beobachtet. "Wir gucken uns das an und stehen mit der Staatsanwaltschaft in Kontakt", sagte sie am Mittwoch in Kiel. Das weitere Vorgehen hänge vom Ausgang der Ermittlungen ab. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, sei der Entzug der Unterrichtserlaubnis des Lehrers denkbar.

kave/AFP / AFP