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Ermittlungen neu aufgerollt: Masseurin beschuldigt Al Gore

Gegen den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore wird wegen sexueller Belästigung ermittelt. Eine Woche nach Bekanntwerden von Vorwürfen einer Masseurin gegen den Friedensnobelpreisträger teilte die Polizei am Mittwoch mit, die Akte werde wieder geöffnet.

Gegen den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore wird wegen sexueller Belästigung ermittelt. Eine Woche nach Bekanntwerden von Vorwürfen einer Masseurin gegen den Friedensnobelpreisträger teilte die Polizei am Mittwoch mit, die Akte werde wieder geöffnet. Die Zeitung "National Enquirer" hatte in der vergangenen Woche von den Anschuldigungen der Frau berichtet, die nach eigener Aussage bei einem Massagetermin in Portland im Oktober 2006 von Al Gore begrapscht wurde.

In einer ersten Reaktion auf den Bericht hatte die Polizei Portland im US-Staat Oregon erklärt, die Ermittlungen zu dem Fall seien im vergangenen Jahr eingestellt worden, weil die Beweislage zu dünn sei. Aufgrund offener Verfahrensfragen sei es nun zur Wiederaufnahme gekommen, teilte Polizeichef Michael Reese am Donnerstag mit. Nach seinen Angaben ist eine zusätzliche Prüfung nötig, weil die Ermittler nach der Befragung der Zeugin den Fall schlossen, ohne ihre Vorgesetzten darüber zu informieren.

Gore ließ über eine Sprecherin mitteilen, er sehe der Untersuchung gelassen entgegen. Der 62-Jährige dementiere "nachdrücklich und unmissverständlich", die Frau sexuell belästigt zu haben, sagte die Sprecherin, Kalee Kreider. "Weitere Ermittlungen in dieser Angelegenheit werden Gore nur nutzen."

Die Polizei hatte bereits in der vergangenen Woche die Aussage der Masseurin vom Januar 2009 veröffentlicht. Demzufolge wurde sie am 24. Oktober 2006 in einem Luxushotel in Portland auf das Zimmer von Al Gore bestellt, der sich als "Mr. Stone" ausgegeben haben soll. Er habe von ihr verlangt, ihn in der Schamgegend zu massieren, was sie abgelehnt habe, sagte die Frau. Anschließend habe er sie gepackt, aufs Bett geworfen, sie begrapscht und geküsst. Sie habe Gore gesagt, er benehme sich "wie ein verrückter Sex-Pudel", berichtete die Masseurin.

Die Frau brachte den Vorfall zwar zur Anzeige, weigerte sich aber kurz darauf, mit der Polizei zu sprechen. Erst im Januar 2009 machte sie eine umfassende Aussage. Damals erklärte sie, ihr liberaler Freundeskreis habe ihr eingeredet, sie dürfe den wegen seines Einsatzes für den Klimaschutz mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Gore nicht belasten. "Sie forderten mich auf, es einfach herunterzuschlucken, weil sonst die Erde durch die globale Erwärmung zerstört würde", heißt es in der Abschrift der polizeilichen Vernehmung.

Al Gore war von 1993 bis 2001 Vizepräsident unter Bill Clinton. Nach seiner Niederlage in der Präsidentschaftswahl gegen George W. Bush wandte er sich dem Klimaschutz zu, für sein Engagement wurde ihm 2007 gemeinsam mit dem Weltklimarat (IPCC) der Friedensnobelpreis verliehen.

Nigel Duara, APN / APN