Ermittlungen wegen Mordes Demjanjuk soll 1947 einen Mann totgefahren haben


Der NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk wird ein weiteres Mal von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt. Der 89-Jährige soll 1947 absichtlich einen Mann totgefahren haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Mordes.

Der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk soll nach dem Krieg 1947 im Raum Ulm mit dem Auto vorsätzlich einen Menschen totgefahren haben. Das Opfer soll jüdischen Glaubens gewesen sein, wofür es aber keine offizielle Bestätigung gibt. Die Staatsanwaltschaft Ulm ermittele nun wegen Mordes, bestätigte ein Sprecher der Behörde am Montag. "Er soll jemanden absichtlich überfahren haben."

Demjanjuk steht in München wegen Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden vor Gericht. Er soll 1943 im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen bei der Ermordung der jüdischen Opfer in den Gaskammern geholfen haben. Der Prozess soll am 21. Dezember fortgesetzt werden.

Auslöser für die Ermittlungen waren dem Sprecher zufolge "private Recherchen". Danach soll Demjanjuk nach dem Krieg unter anderem als Fahrer bei den Alliierten beschäftigt gewesen sein. Das Verfahren soll sobald wie möglich an die Staatsanwaltschaft München übergeben werden.


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