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Ermordete Ägypterin: Dresden nimmt Abschied

Dresden nimmt Abschied von der im Gerichtssaal ermordeten Ägypterin. Auch SPD-Chef Franz Müntefering war unter den 1500 Gästen der Trauerfeier. In der islamischen Welt löste die Ermordung der Frau heftige Proteste aus. "Tod für Deutschland" riefen am Samstag Menschen in Teheran.

Rund 1500 Menschen haben am Samstag in Dresden der im Gerichtsaal ermordeten Ägypterin gedacht. Die Trauernden hielten Plakate mit Fotos der Getöteten und ihrem dreijährigen Kind hoch. An der Gedenkfeier nahm auch SPD-Chef Franz Müntefering teil.

Die 31-jährige schwangere Ägypterin war während eines Prozesses von dem Angeklagten mit 18 Messerstichen getötet worden. Bei dem Angriff wurde auch ihr Mann lebensgefährlich verletzt. Die Frau war Zeugin in einem Berufungsverfahren. Der Täter war zuvor wegen Beleidigung verurteilt worden. Er hatte laut Staatsanwaltschaft die in Dresden lebende Ägypterin als "Islamistin", "Terroristin" und "Schlampe" verunglimpft, als sie ihn auf einem Spielplatz gebeten hatte, die Schaukel für ihren Sohn frei zu machen.

Der Tod der Frau hat im Iran wie auch in anderen muslimischen Ländern zu scharfen Protesten geführt, bei denen Deutschland Diskriminierung von Muslimen vorgeworfen wurde. In iranischen Medien wurde die Frau als Märtyrerin gefeiert. Vor der deutschen Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran protestierten am Samstag rund 150 Jugendliche gegen die Ermordung der Ägypterin. Sie warfen Eier auf den Haupteingang der Botschaft und riefen: "Tod für Deutschland" und "Tod für Europa". Am Freitag war der deutsche Botschafter in Teheran einbestellt worden, um den Protest der iranischen Führung entgegenzunehmen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters